Habemus Schwachkopf

von der Stahlfeder

Papst Marxismus I., der agile Krypto-Kommunist, der 2013 den Heiligen Stuhl erklomm und seitdem beharrlich darauf hinwirkt, der Marktwirtschaft den Stellenwert angedeihen zu lassen, den in seiner Fakultät die letzten 2000 Jahre der Leibhaftige innehatte, veröffentlichte im vergangenen Monat ein Buch, um auch den letzten Zweifler von seiner himmelschreienden Unfähigkeit zu überzeugen, simpelste ökonomische Zusammenhänge und Wirkmechanismen intellektuell zu erfassen.

In diesem Buch fordert er nach dem Ende von Corona den globalen „Great Reset“, allerdings unter der Prämisse der „Verteilungsgerechtigkeit“, was auch immer das sein soll und wer auch immer bestimmen möge, was gerecht ist. Außerdem fordert er – danach kann man bei Logikabstinenzlern bekanntlich die Uhr stellen – natürlich ein bedingungsloses Grundeinkommen, und zwar – drunter macht er’s nicht – gleich für alle. So fabuliert er:

„Ein solches Grundeinkommen könnte dazu beitragen, dass die Menschen dazu frei werden, das Verdienen des Lebensunterhaltes und den Einsatz für die Gemeinschaft zu verbinden.“

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! So kann nur ein Mann daherreden, der nicht nur hoffnungslos von jedweder Lebensrealität entkoppelt ist, sondern auch schon vor langer Zeit aufgehört hat, sich selbst mal beim Reden zuzuhören und einen seiner Gedanken konsequent zu Ende zu führen. Dann hätte er nämlich erkannt, dass jeder, der sein Geld am Markt verdient, automatisch einen Dienst für die Gesellschaft verrichtet, weil am Markt fast ausschließlich Waren und Dienstleistungen nachgefragt werden, die anderen Menschen dienen, also ihre Bedürfnisse befriedigen und ihr Leben verbessern.

Weiterhin schreibt der Papst:

„Das Grundeinkommen würde den Menschen die benötigte grundlegende Sicherheit geben, das Stigma des Wohlfahrtsstaates beseitigen und den Wechsel zwischen Arbeitsplätzen erleichtern, wie es technologiegetriebene Arbeitsweisen zunehmend erfordern.“

Ja, eine tolle Sache, so ein bedingungsloses Grundeinkommen für 7,8 Milliarden Menschen. Aber Heiliger Vater, wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld, wer hat so viel Pinke-Pinke, wer hat das bestellt? Ach, das wird schon, an der Stelle ist der Franz theologisch gefestigt: Den Seinen gibt’s der Herr bekanntlich im Schlaf. Und wenn nicht, dann druckt man das Geld einfach, hat doch bisher auch immer ganz wunderbar funktioniert! So gut, dass all unsere Urgroßeltern Multimilliardäre waren!

Profunde Kenner der Beter-Branche schwärmen hinter vorgehaltener Hand bereits von einer aus der roten Hölle autorisierten Fortsetzung der Mao-Bibel und rechnen folglich fest damit, dass dieses auf Papier gedruckte Monument der Ökonomielegasthenie dem Oberhirten einen großen Sprung nach vorn sichern wird bei seinen massiven Bemühungen, den bisher schlau und weitsichtig wirtschaftenden römischen Trachtenverein zu genauso einer ökosozialistischen Kasperbude voller Götzendiener des Zeitgeists wie die protestantische Parallelveranstaltung herunterzurocken.

Bekanntlich hat der Papst aus Lateinamerika in den letzten Jahren gut vorgelegt: Bereits seit Beginn seines Pontifikats rückt er nicht ab von seiner gleichermaßen aufdringlichen wie substanzlosen permanenten Hetze gegen Kapitalismus und Marktradikalismus. Das christliche „Credo in unum Deum“ strich er ersatzlos zugunsten seines ganz persönlichen Mantras „Wirtschaft tötet.“ Che Guevara hätte das kurz vorm Abfeuern einer Gewehrsalve auf Konterrevolutionäre nicht poetischer ausdrücken können.

Dass es echten Kapitalismus oder Marktradikalismus tatsächlich nirgends auf der Welt gibt, es aber überall dort, wo vereinzelte stabile marktwirtschaftliche Elemente noch wacker dem Ungeist der Freiheitsfeindlichkeit trotzen, gerade den Ärmsten am besten geht, wohingegen überall dort, wo all das nicht der Fall ist, sogar die obere Mittelschicht am Hungertuch nagt, sofern sie noch nicht dahingerafft wurde, sind Petitessen, mit denen sich ein Mann mit der Hybris des Stellvertreter Gottes auf Erden glücklicherweise nicht auseinandersetzen muss.

Zumindest nicht einer mit dem eher schlichten Gemüt des aktuellen Papstes, der noch vor wenigen Wochen in seiner Sozial-Enzyklika „Fratelli Tutti“ die Marktwirtschaftsordnung als „Dritten Weltkrieg auf Raten“ gegeißelt hat. Seinem emeritierten Vorgänger Benedikt XVI, the artist formerly known as Papa Ratzi, hätte allein schon sein überragender Intellekt niemals gestattet, einen solchen Haufen gequirlte Scheiße von der Kanzel zu stottern.

Leider wurde der Pontifex Maximus durch einen Oeconomicus Stupidus ersetzt, und das Unheil nahm seinen Lauf, stets flankiert mit den Worten „Wirtschaft tötet“.

Dass nicht Marktwirtschaft tötet, sondern ihre Abwesenheit, also jedwede Form von Sozialismus, ist gesichertes Wissen, das unzählige Male empirisch belegt wurde, und zwar ausnahmslos. Dass Sozialismus funktionieren könnte, ist hingegen nur ein Glaube, oder besser gesagt, ein Irrglaube. Leider ein gleichermaßen hartnäckiger wie fataler.

Einen Papst, der ein Mann des Glaubens und nicht des Irrglaubens sein sollte, und dessen Herz allein schon von Amts wegen gerade für die Ärmsten der Armen schlagen sollte, der aber statt der Frohen Botschaft die genozidale Irrlehre des Sozialismus predigt, die bereits über 100 Millionen Menschenleben gekostet und mehrere Milliarden Menschen in bitterster Armut und Knechtschaft hat dahinvegetieren lassen, kann man noch nicht einmal als epochale Fehlbesetzung auf dem Heiligen Stuhl bezeichnen – das wäre nämlich geschmeichelt.

Wer mit seinem unbegründeten Hass auf die Marktwirtschaft den Armen dieser Welt die einzig realistische Hoffnung auf ein besseres Leben zerstören will, egal ob absichtlich oder aus purer Ignoranz und Dummheit, ist ganz sicher nicht der Stellvertreter Gottes auf Erden, sondern die leibhaftige Ausgeburt der Arschhölle.

No Hope For The Pope!


Bild: KEYSTONE/AP/EDUARDO VERDUGO sda-ats

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