»Der Staat kann vieles besser als der Markt«

von der Stahlfeder

Bevor es persönlich und der Urheber des Zitats verarztet wird, bleibe ich erst mal sachlich und nehme diese Aussage im Titel inhaltlich auseinander.

Für die Eiligen unter Ihnen zunächst die Kurzfassung: Dieser Satz ist so ziemlich der größte Schwachsinn, den man von sich geben kann. Tatsächlich ist das glatte Gegenteil der Fall: Der Markt hat immer die bessere Lösung, und zwar für alles. Das ist ein Naturgesetz, und es gilt ausnahmslos.

Ludwig von Mises hat den theoretischen Nachweis dafür bereits vor etwas über 100 Jahren erbracht, und seitdem hat die Praxis ihn in wirklich allen Fällen vollumfänglich bestätigt, ohne auch nur ein einziges Gegenbeispiel, ohne eine einzige Ausnahme, ja, es gab noch nicht mal einen zufälligen Ausrutscher.

Man könnte das jetzt sehr umfangreich erklären, doch will ich niemanden mit ökonomischen Theorien langweilen oder gar überfordern, daher beschränke ich mich darauf, den für viele Menschen doch recht abstrakten und zum Teil aufgrund sozialistischer Scheißhauspropaganda leider auch recht negativ behafteten Begriff „Markt“ einfach mal korrekt und nachvollziehbar zu definieren: Der Markt, das sind wir alle, jeder einzelne von uns. Zumindest jeder, der nicht komplett autark lebt und alleiniger Selbstversorger ist, so dass er auf jedwede Form von Interaktion mit seinen Mitmenschen verzichten kann. Allerdings dürfte es ausgeschlossen, dass eine solche Person existiert.

Jeder von uns ist Marktteilnehmer, so ziemlich jeder von uns sogar gleichzeitig oder abwechselnd sowohl als Anbieter als auch als Nachfrager. Und die meisten sind das sogar fast jeden Tag, nämlich immer dann, wenn sie mit einem anderen Menschen ein Tauschgeschäft abschließen: Geld gegen Ware oder Dienstleistung, Arbeitsleistung gegen Geld, mitunter auch direkter Tausch ohne das Tauschmittel „Geld“, also A bekommt von B dessen Sofa und gibt ihm dafür sein Fahrrad.

Streng genommen ist sogar jede menschliche Interaktion ein Tauschgeschäft, denn man darf nicht den Fehler machen, sich beim Verständnis des Begriffs „Markt“ nur auf materielle Dinge zu beschränken. Wenn ich nett zu jemandem bin, in der Hoffnung, dass dieser Jemand dann auch nett zu mir ist, dann ist das ein Tauschgeschäft. Wenn ein Mann einer Frau den Hof macht, in der Hoffnung, ihr Herz zu gewinnen, ist auch das ein solches Tauschgeschäft. Umgekehrt natürlich auch, wenn eine Frau sich ihr schönstes Kleid anzieht, um auf den Mann ihres Herzens besonders attraktiv zu wirken.

Ja, selbst in Fällen, bei denen auf den ersten, oberflächlichen Blick keine sofort erkennbare Gegenleistung erfolgt, beispielsweise Schenkungen oder Spenden, handelt es sich tatsächlich auch um ein Tauschgeschäft, denn der Schenker oder Spender bekommt als Gegenleistung das gute Gefühl, jemandem eine Freude bereitet oder geholfen zu haben, also etwas Gutes getan zu haben. Dieses gute Gefühl nennt sich „seelisches Einkommen“ und ist von nicht geringerer Bedeutung als ein rein materieller Gewinn.

Hier sieht man, wie weit der Begriff „Markt“ greift und dass ein jeder von uns mehrmals am Tag und bei so ziemlich jeder Gelegenheit in irgendeiner Form Marktteilnehmer ist. Der etwas abstrakte Begriff „Markt“ bezeichnet letztendlich nur die Summe aller Tauschgeschäfte aller Beteiligten. Früher war dieser „Markt“ tatsächlich auf den Marktplatz im Dorf und das direkte Umfeld beschränkt, da man kaum Gelegenheiten und Möglichkeiten hatte, Menschen weiter außerhalb dieses Radius zu treffen, geschweige denn, mit ihnen Tauschgeschäfte zu machen. Aber in unserer heutigen globalisierten Welt, wo wir beispielsweise über Internetanbieter wie Ebay jederzeit bei irgendwem aus Indien oder Japan oder Argentinien irgendetwas kaufen können, umfasst der Markt nun tatsächlich den gesamten Erdball und die gesamte Menschheit. Jeder kann quasi jederzeit mit jedem Menschen auf der Welt in Kontakt treten, um mit ihm ein Tauschgeschäft abzuschließen.

Und daran ist absolut nichts verwerflich, gefährlich, unmoralisch oder sonst wie negativ, wie die Feinde der freien Marktwirtschaft uns ständig einzureden versuchen – ganz im Gegenteil, es ist elementarer Kernbestandteil der persönlichen Freiheit, mit anderen Menschen nach eigenem Gutdünken freiwillig zu interagieren durch Tauschgeschäfte aller Art. Und nur so ist es überhaupt sinnvoll, weil wir selbst am besten wissen, was wir brauchen, was wir haben wollen, was wir dafür an Gegenleistung erbringen können oder wollen und von wem wir es haben wollen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn jetzt irgendwer daherkommt und behauptet, der Staat könne vieles besser als der Markt, dann behauptet er damit, dass irgendein Politiker oder Verwaltungsbeamter, der uns noch nicht mal persönlich kennt, der nichts über uns und unsere Bedürfnisse und Präferenzen weiß, weil er irgendwo in der fernen Hauptstadt fernab unserer Lebensrealität den ganzen lieben langen Tag nur in seinen schicken, steuerfinanzierten Sessel furzt, besser weiß, was wir wollen, was wir brauchen, was wir tun und lassen sollen, und mit wem wir interagieren sollen und mit wem nicht. Mit anderen Worten: Er behauptet, dass Planwirtschaft (denn um genau eine solche handelt es sich, sobald der Staat irgendwie in die Wirtschaft eingreift) besser funktioniert als die Marktwirtschaft. Obwohl das bisher immer schiefgelaufen ist und immer in Mangel, Verelendung, bitterster Not und Armut und nicht selten in Kriegen, Massen- und Völkermorden endete. Und zwar nicht, weil es lediglich „falsch umgesetzt” wurde, wie die Sozialisten bei jedem Relaunch ihrer geisteskranken, menschenfeindlichen, tödlichen Irrlehre stets behaupten, sondern weil es nicht funktionieren kann. Weil einige wenige, die dann als „Staat“ die Wirtschaft lenken, niemals auch nur ansatzweise so genau wissen können, wo wann wieviel von was gebraucht wird und was die Menschen wirklich wollen und brauchen.

Jeder Einzelne hingegen weiß das für sich selbst ganz genau, und in der Summe wissen dann alle zusammen es am besten. Am Markt trifft sich also das gesamte Wissen der gesamten Menschheit und kommt dort auch am effizientesten und effektivsten zum Einsatz.

Und jetzt mal Hand aufs Herz: Wer diese durch und durch absurde Idee für gut oder gar funktional hält, der steht mit wirklich restlos allem, das mit Logik und gesundem Menschenverstand zu tun hat, auf Kriegsfuß. Und wer gar glaubt, er sei befähigt, all diese Entscheidungen für Millionen Menschen, die er noch nicht mal kennt, besser treffen zu können als diese selbst, der ist ein größenwahnsinniger Irrer, der uns alle beherrschen und unterdrücken will, und gehört daher umgehend in eine geschlossene Anstalt verbracht.

Da das Inhaltliche damit abschließend geklärt ist, folgt nun der lustige Teil. Obwohl der eigentlich gar nicht lustig ist, außer man kann dem Totalzerfall der politischen Landschaft Deutschlands noch eine komische Seite abgewinnen, weil man bereits mit der Zukunft dieses Landes abgeschlossen hat und sich lediglich noch ein Weilchen mit Galgenhumor über Wasser halten will.

Der Knaller an dieser Aussage ist nämlich gar nicht ihr selten dämlicher und nachweislich falscher Inhalt, sondern die Antwort auf die Frage, wer diesen besonders übelriechenden Geistesfurz abgesondert hat.

Was glauben Sie denn, verehrte Leser, wer es war?

Hatte Kevin Kühnert, spezialdemokratischer Experte für Enteignung, Verstaatlichung und andere Vollkatastrophen, mal wieder sein Trotzkisten-Tourette nicht im Griff?

Wollte Robert Habeck, Führer einer ökostalinistischen, suizidalen Weltuntergangs-Sekte, die zur Bekämpfung eines nicht beeinflussbaren Naturphänomens den Tod von rund sieben Milliarden Menschen durch Verhungern fordert, zur Abwechslung mal was sagen, das einigermaßen schlau klingen könnte, zumindest solange sich unter den Rezipienten niemand befindet, der einen IQ über 80 besitzt und in der Lage ist, von selbigem Gebrauch zu machen?

War es „Dr.” Angela Merkel, ihres Zeichens kommunistisches Zersetzungs-U-Boot in einer früher angeblich mal konservativen Volkspartei?

Stammt dieser hanebüchene Schwachsinn etwa aus der Feder des Autors des Wahlprogramms der viermal umbenannten Stasi- und Mauermörder-Partei SED, derzeit firmierend unter „Die Linke“?

Hat Saskia Esken, Vorsitzende einer Arbeiterpartei, die aus lauter Nutzlos-Parasiten besteht, die noch keinen Tag in ihrem Leben gearbeitet haben, jüngst eine weitere Runde Bolschewiken-Bullshit-Bingo für sich entschieden?

Ist ein erneuter Versuch David Richard Prechts, sich in einer Talkshow als Philosoph zu gerieren, kläglich an seiner doch recht überschaubaren kognitiven Kompetenz gescheitert?

Oder befindet sich dieses besonders anschauliche Exemplar einer veritablen Verbal-Diarrhoe gar im gesammelten geistigen Unrat, welchen der psychopathische Vollversager Karl Marx seiner schockstarren Nachwelt hinterlassen hat?

Nun, verehrte Leser, falls Sie sich für eine der genannten Personen entschieden haben sollten, liegen sie einerseits auf jeden Fall richtig, denn jeder dieser Kandidaten hat so etwas oder entsprechendes ganz sicher bereits mindestens einmal gesagt, und jede davon glaubt unerschütterlich an die Richtigkeit dieser Aussage.

Andererseits liegen Sie jedoch auch falsch, was allerdings daran liegt, dass wir ein bisschen gemein waren, denn die in diesem Fall gesuchte Person befindet sich gar nicht unter den vorgegebenen Antwortmöglichkeiten. Das geschah jedoch nicht, um Sie um die Fichte zu führen, sondern weil wir uns aus gutem Grund dagegen entschieden haben, den tatsächlichen aktuellen Urheber dieses Zitats mit aufzulisten, da wir ansonsten nicht nur einen herrlichen Schlussgag verschenkt hätten, sondern das kleine Ratespiel damit auch ad absurdum geführt hätten. Hätten wir nämlich den gesuchten Namen mit eingepflegt, hätten Sie entweder das ganze Quiz nicht mehr ernst genommen, sondern für pure Verarschung gehalten, oder Sie hätten sofort auf den gesuchten Namen getippt, jedoch nicht aus Überzeugung, sondern aus dem sicheren Gefühl heraus, dass diese Möglichkeit so unglaublich ist, dass sie nur wahr sein kann.

Bevor wir jedoch die Spannung überreizen, kommt nun endlich die ersehnte Auflösung. Bitte setzen Sie sich hin oder halten Sie sich wenigstens gut fest:

Das Zitat ist brandaktuell und stammt von Volker Wissing. Für die, die ihn – zu Recht! – nicht kennen: Der Mann ist rheinland-pfälzischer Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau sowie erster stellvertretender Ministerpräsident.

Falls Sie sich jetzt gerade wegschmeißen vor Lachen, weil ein ausgewiesener Ökonomielegastheniker mit akuter Logikbehinderung den Wirtschaftsminister spielen darf, dann haben Sie a) die unausweichliche Langzeitfolge der Demokratie, nämlich das Prinzip der Schlechtestenauslese, nicht verstanden, und b) haben Sie zu früh gelacht. Der Schlussgag kommt nämlich erst noch, und zwar jetzt gleich, Achtung:

Dieser Mann ist von Mitgliedern einer Partei, die angeblich für Marktwirtschaft und individuelle Freiheit eintritt, auf dem Bundesparteitag zum Generalsekretär der FDP gewählt worden.

Stop! Halt! Nein, hören Sie mit dem blöden Lachen auf, das war immer noch nicht der Schlussgag! Der kommt jetzt erst:

Regen Sie sich bloß nicht auf, liebe Rest-Liberale, und bitte keine Schnappatmung kriegen, das ist die Sache nicht wert, denn es ist völlig egal, dass die FDP einen Kommunisten zum Generalsekretär gewählt hat, da der Bundesparteitag gleichzeitig beschlossen hat, so bald wie möglich schon bei keiner Wahl mehr auch nur entfernt an der 5%-Hürde zu kratzen.

Eins jedoch muss man der FDP neidlos zugestehen: Noch nie zuvor in der Geschichte wurde ein kollektiver politischer Selbstmord so pathetisch verpackt und so poetisch anmoderiert, mit Worten so salbungsvoll und ergreifend, dass nur die erste Hälfte des Satzes zu hören war, weil sich die zweite Hälfte dank der Selbstbesoffenheit der Beteiligten ob ihrer eigenen Opferbereitschaft für die gute Sache, sprich den Sozialismus, gar nicht mehr den Weg übers Hirn zur Zunge bahnen konnte:

„Wir unterstützen die Herabsetzung des Wahlalters auf 16 und geben damit endgültig den Weg frei für das tausendjährige Rot-Rot-Grüne Reich!“

Merke: Wer mit 20 kein Kommunist war, hat kein Herz. Wer mit 40 immer noch in der FDP ist, hat auch kein Hirn. Und hatte auch nie eins.

Ein Kommentar zu „»Der Staat kann vieles besser als der Markt«

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