30 Tage Irrsinn in und um Buntland (Mai 2020 – Teil 4)

Hier ist die Erste Deutsche BUNTschau mit den Irrsinnsthemen des Monats Mai (Teil 4):

Surprise, Surprise!

In einem Gespräch mit dem „Spiegel“-Magazin hat Innenminister Horst Seehofer Ursula von der Leyen scharf kritisiert. In die neue EU-Kommissionspräsidentin habe er große Hoffnungen gesetzt, postulierte Merkels treuester Bettvorleger. Heute sei er, gelinde gesagt, enttäuscht von ihr.

Wir hingegen sind, gelinde gesagt, überrascht. Wie konnte das nur passieren? Frau von der Leyen hat als Verteidigungsministerin doch nun wirklich alles getan, um die Bundeswehr von einer Trachtengruppe zu einer High-Tech-Kampfmaschinerie aufzurüsten. Zugegeben, die Panzer schaffen es meist noch nicht mal bis zum Kasernentor, die Hubschrauber fliegen nicht so wirklich, und Fallschirme musste man sich unlängst noch von den Amis leihen. Aber diese irrelevanten Petitessen verblassen neben Flinten-Uschis durchschlagenden Erfolgen: Nach Abermillionen an Steuermitteln, die für externe Berater durch den Kamin geblasen wurden, gibt es nun endlich Kitas in den Kasernen, Umstands-Uniformen für Soldatinnen und sogar noch auf dem Truppenübungsplatz Hinter-Posemuckel Toiletten für alle achtunddrölfzig existierenden Geschlechter. Das ist es doch, was eine wirklich moderne, schlagkräftige Armee ausmacht, vor der man sich rund um den Erdenball einnässt und mit der man auch endlich mal wieder einen zünftigen Weltkrieg anzetteln kann.

Was erlaube Horst? Wie kann der Bayer ohne Eier ernsthaft überrascht sein, dass die Brüsseler Kompetenz-Koryphäe mit der Expertise einer durchschnittlichen Papaya in Sachen Militär, sagen wir mal so, deutlich hinter ihren eingeschränkten Möglichkeiten bleibt? Wer hätte damit nur rechnen können?

Eilmeldung: Horst Seehofer zeigte sich aktuell enttäuscht, dass er bei einem heftigen Gewitter unerwartet von Blitz, Donner und Regen überrascht wurde.

Vielfältige Einfaltspinsel

Gestern war „Tag der Vielfalt“, neudeutsch: Diversity Day. Regierungssprechpuppe Steffen Seibert betonte, dass man Vielfalt als Stärke betrachten solle.

Falls Sie, verehrte Leser, nun enttäuscht sind, dass dieser besondere Tag spurlos an Ihnen vorbeigegangen ist und Sie so nicht gebührend mitfeiern konnten: Seien Sie beruhigt, Sie haben nichts verpasst! Es ging nämlich nicht um Sie!

Gefeiert wurde ausschließlich die Vielfalt an Möglichkeiten, unsere Kultur, unseren Wohlstand, unsere Sicherheit, unsere Freiheit und damit unsere Zukunft zu zerstören.

Zu früh gefreut: Ausdrücklich nicht gemeint war die Meinungsvielfalt. Deshalb wurde diese in weiser Voraussucht bereits vor Jahren abgeschafft.

Wollt ihr den totalen Meinungsfaschismus?

Auch im Fußball ist Vielfalt, also Meinungsvielfalt, nicht mehr erwünscht, verlautete es nun von oberster Stelle.

DFB-Präsident Fritz Keller, Präsident des Deutschen Fußballbundes, kurz DFB, reihte sich in die hochnotpeinliche Riege der Gratismutkrieger ein und hat sich klar gegen den politisch rechten Rand positioniert:

„Gegen rechte Parolen schreiten wir mit aller Härte ein. Denn wer rechtes Gedankengut hat oder eine rechte Partei wählt, ist im Fußball falsch.“

Dazu haben wir gleich drei Anmerkungen:

Anmerkung Nummer Eins: Der DFB ist mit seiner Quasi-Monopolstellung eine durch und durch staatsverseuchte Veranstaltung. Seine Vortänzer sind daher Maulhuren eines jedweden Regimes. Das sollte man wissen.

Anmerkung Nummer Zwei: Er hat „rechts“ gesagt, nicht etwa „rechtsextrem“. Demnach wäre jeder, der bis 2005 die CDU oder CSU gewählt hat, im Fußball falsch gewesen. Bei diesem „Kampf gegen RRRÄÄÄCHZ“ geht es nämlich mitnichten darum, Alt-Nazis oder Neonazis zu bekämpfen, denn erstere sind längst tot und zweitere sind nur ein völlig irrelevantes Randphänomen, von dem nicht die geringste gesamtgesellschaftliche Bedrohung ausgeht. Nein, tatsächlich geht es darum, jedwede Meinung, die nicht links oder linksextrem ist, aus dem gesellschaftlichen Diskurs zu entfernen und am Ende dann zu kriminalisieren. Das betrifft echte Konservative, echte Liberale und natürlich auch Libertäre. Das, verehrte Leser, ist Totalitarismus.

Anmerkung Nummer Drei: Fußball ist Sport. Politik hat im Sport genauso wenig zu suchen wie Sport in der Politik. Inzwischen erreicht jedoch die Politisierung bereits so ziemlich jeden noch so privaten Lebensbereich der Bürger, sogar das Hobby, die Freizeitgestaltung, den Breitensport. So war das im Dritten Reich, so war das auch in der DDR. Das, verehrte Leser, ist Totalitarismus.

Umschwung vor am Abschwung

2012: Zitat Angela Merkel: „Zu meinen Lebzeiten wird es keine Euro-Bonds geben.“

2020: Angela Merkel beschließt die Einführung von Euro-Bonds, Deutschland verschleudert somit mal eben 135 Milliarden Euro für – ähem – nichts.

Äh, sorry, wie lautete doch gleich nochmal der Satz von 2012?

„Zu meinen Lebzeiten wird es keine Euro-Bonds geben.“

Na gut, wenn das so ist, dann ist das Einzige, was jetzt noch aussteht, die offizielle Meldung, die große Führerin sei in ihrem Befehlsstand im Bundeskanzleramt bis zum letzten Atemzug gegen Deutschland kämpfend gefallen.

Faktenchecker, die Erste

Der amerikanische Kurznachrichtendienst Twitter schaltet neuerdings vor Tweets, die er als falsch oder irreführend einstuft, einen sogenannten „Faktencheck“, in dem Twitter den Usern seine ganz eigene Version der Wahrheit andient.

Sollten bei dieser Meldung gerade einige Sozialisten, Kommunisten oder Ökostalinisten in panische Schockstarre verfallen sein, weil sie befürchten, ihren von der Logik, dem gesunden Menschenverstand, der Empirie, sämtlichen Fakten, der Geschichtsschreibung, den seriösen Naturwissenschaften und der gesamten ernstzunehmenden ökonomischen Fachliteratur der Welt mehrfach und vollumfänglich widerlegten ideologischen Müll fortan nicht mehr unwidersprochen auf Twitter herausplärren zu können: Keine Aufregung! Sie können ganz beruhigt sein! Vielmehr noch, Sie hätten sich gar nicht erschrecken brauchen, denn gerade sie sollten doch am besten wissen, dass sogenannte „Faktenchecks“ oder „Faktenprüfer“ mitnichten dazu dienen, ausgewogen, neutral und unparteiisch fragwürdige Behauptungen zu überprüfen oder gar echte Fakten ins Spiel zu bringen!

Nein, es handelt sich hierbei lediglich um einen dreisten Etikettenschwindel zwecks Kaschierung und Pseudo-Legitimierung eines weiteren totalitären Terror-Tools zur Unterdrückung, Diffamierung und Stigmatisierung sämtlicher Meinungsäußerungen und Sachargumente, die linken Interessen zuwiderlaufen oder diese gar entlarven. Also um eine besonders perfide Camouflage-Taktik zur weiteren schrittweisen Abschaffung der Meinungsfreiheit und Eindämmung der Meinungsvielfalt. Also nur eine leicht modifizierte Variante dessen, was George Orwell in seinem berühmten Buch nicht weniger zynisch „Ministerium für Wahrheit“ genannt hat. Wo Krieg Frieden, Freiheit Sklaverei und Unwissenheit Stärke ist, da werden auch verblendete Ideologen und eingekaufte Mietmäuler zu „Faktencheckern“.

Insofern werden wir es – wie man es bereits aus deutschen Polit-Talkshows oder den Mainstream-Medien gewohnt ist – auch im vorliegenden Fall nicht erleben, dass Twitter seine fleißigen Faktenchecker von der Leine lässt, wenn Annalena Baerbock mal wieder Kobolde im Stromnetz speichert oder Ralf Stegner postuliert, dass Gewalt grundsätzlich nicht links sein kann. Noch viel weniger haben im Twitter-Home-Turf USA ökonomielegasthenische Dampfplauderer wie Alexandria Ocasio-Cortez und Bernie Sanders, oder gar der senile, äh, sorry, agile demokratische Präsidentschaftskandidat Sleepy Joe Biden eine Störung ihrer marxistischen Märchenstunden durch lästige oder gar entlarvende Faktencheckerei zu befürchten.

Einige von Ihnen, verehrte Leser, werden sich vielleicht gerade fragen, was taugt dieser tolle neue Faktenchecker denn, wenn diejenigen, bei denen er am nötigsten wäre, davon per se unbehelligt bleiben? Kommt dieses hübsche kleine Totalitarismus-Toy denn dann überhaupt zum Einsatz, und wenn ja, bei wem wohl, in drei Teufels Namen?

Ja, das Ding kommt tatsächlich zum Einsatz. Diese Woche zum Beispiel hat der Twitter-Faktenchecker zugeschlagen. Und zwar nicht nur einmal, sondern sogar gleich zweimal. Und jetzt halten Sie sich fest: Beide Male auch noch bei ein und derselben Person!

Sie fragen sich jetzt sicher, bei wem wohl… Tja, da kommen Sie niemals drauf! Nie und nimmer! Im Leben nicht! Auf keinen Fall! Nicht in hundert Jahren!

Daher verraten wir es Ihnen jetzt gleich, wir bitten Sie jedoch zu Ihrer eigenen Sicherheit, sich vorher stabil hinzusetzen und am besten noch ein Schnäpschen bereit zu halten, falls Ihnen der Kreislauf wegsackt, denn die Überraschung, die Sie in wenigen Sekunden heimsuchen wird, könnte Sie glatt aus den Latschen hauen!

Sitzen Sie? Wirklich? Na gut, wir glauben Ihnen, und jetzt festhalten: Pssst! Donald J. Trump!

Ja, jetzt sind Sie platt, nicht wahr? Sie hätten wohl mit allem gerechnet, nur damit nicht, richtig? Hätten wir Ihnen erzählt, Elvis persönlich sei aus dem Grab gestiegen und sogleich wäre ein Faktenchecker herbeigeeilt, um zu prüfen, ob es sich nicht doch nur um einen Kirmes-Imitator handelt, hätten Sie wahrscheinlich nur kurz verwundert gestutzt und die Story achselzuckend hingenommen. Aber dass Twitter sein neues süßes Spielzeug mit ganz besonderem Enthusiasmus dazu nutzen würde, um den besten US-Präsidenten seit dem Urknall zu stalken, damit – geben Sie es ruhig zu! – hätten Sie doch im Traum nicht gerechnet, oder?

Was war passiert?

Die US-Demokraten hatten vorgeschlagen, bei der bevorstehenden Präsidentschaftswahl im November wegen Corona vorzugsweise auf Briefwahl auszuweichen. In einem Tweet hatte Trump Befürchtungen ausgesprochen, dass die Briefwahl zahlreiche Sicherheitsmängel und organisatorische Schwachstellen aufweise, die massive Wahlmanipulation und Wahlfälschung ermöglichten. Wer den Ablauf der US-Wahlen einigermaßen kennt, der weiß, dass diese mit den deutschen Standards nicht vergleichbar sind, und trotzdem kam es selbst bei uns immer wieder zu aufgeflogenen Wahlmanipulationen und vermutlich auch zu diversen nie aufgeflogenen; in etlichen Fällen gab es Unregelmäßigkeiten bei der Briefwahl. Trump muss also mit seinen Behauptungen zwar nicht zwingend auf ganzer Linie richtig liegen, doch sind sie auch keineswegs als völlig unbegründet von der Hand zu weisen. Genau das hat Twitters Faktencheck aber mit dem betreffenden Tweet des Präsidenten getan.

An der Stelle kann man sich das Szenario geradezu bildlich vorstellen: Da hockt ein bleicher pickeliger Praktikant mit Che-Guevara-Shirt, fettigen Haaren und Nerd-Brille bei künstlicher Beleuchtung irgendwo in einem von der Twitter-Zentrale ausgelagerten unterirdischen Großraumbüro mit dem Charme einer Legebatterie für aufgescheuchte Hühner und bekommt bei dem bloßen Gedanken, gerade mit nur einem einzigen Tastendruck seiner schwitzigen Hände dem mächtigsten Mann der Welt ans Bein gepinkelt zu haben, einen multiplen hoseninternen Orgasmus.

Aufgrund dieses Vorgehens sah Trump sich selbst und generell Menschen mit wirtschaftsliberalen oder konservativen Positionen in der Meinungsfreiheit eingeschränkt. Er wurde fuchsteufelswild und drohte Twitter mit strengsten Regulierungen und sogar Schließung. Eine Reaktion, für die man speziell hier in Deutschland, wo man sich vom Staat nur allzu gerne einen Maulkorb verpassen lässt, schon rein mental und emotional keinerlei Verständnis hat. Hierzu muss man nämlich wissen, dass es in den USA – anders als in Deutschland – tatsächlich echte, uneingeschränkte Meinungsfreiheit gibt und diese den höchsten verfassungsrechtlichen Stellenwert genießt, dicht gefolgt vom Recht eines jeden unbescholtenen Bürgers, eine Waffe zu tragen. Während unser Grundgesetz der Regierung ausdrücklich erlaubt, die Meinungsfreiheit durch einfache Gesetze einzuschränken, von denen es bereits zahlreiche gibt, Tendenz steigend, erklärt der Erste Zusatzartikel der Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika jedes Gesetz, das die Meinungsfreiheit auch nur minimal einschränkt, ausnahmslos ohne Wenn und Aber per se für verfassungswidrig und damit nichtig.

Besonders trifft es Trump natürlich, wenn seine Twitter-Aktivitäten eingeschränkt werden. „n-tv“ schreibt dazu:

„Für Trump ist Twitter einer der wichtigsten Kanäle für die Verbreitung seiner politischen Botschaften. Er erreicht dort direkt 80 Millionen Follower und benutzt den Dienst permanent dafür, Gegner zu attackieren, Verschwörungstheorien zu verbreiten und seine eigene Regierungsarbeit zu preisen.“

Da es gerade voll in Mode ist, halten auch wir an dieser Stelle kurz inne für einen kleinen Faktencheck und stellen fest: Ja, werte „n-tv“-Redaktion, das kann man so sehen, aber das ist eine manipulativ verkürzte, einseitige Darstellung, die ein verzerrtes und damit falsches Gesamtbild vortäuscht, oder mit anderen Worten: Fake News, auf Deutsch: Lügenpresse! Leider lässt „n-tv“ nämlich völlig unerwähnt, dass auch Trumps Gegner Twitter permanent dazu nutzen, um Trump zu attackieren, um Verschwörungstheorien über ihn zu verbreiten, z. B. dass er sich seinen Wahlsieg bei den Russen gekauft hat, und um seine exorbitant grandiose Regierungsarbeit mit Falschbehauptungen und Verdrehungen in ein negatives Licht zu rücken.

Doch endet die Geschichte an dieser Stelle noch nicht, der finale Schenkelklopfer kommt erst noch: Wie bereits erwähnt, behauptet Trump, die US-Demokraten machten sich nur deshalb für die Briefwahl so stark, weil sie ihnen diverse Möglichkeiten böte, ihm mit Wahlmanipulation und -betrug zu schaden. Gleichzeitig behaupten die Demokraten, Trump sei deshalb gegen Briefwahl, weil ihm klar sei, dabei schlechter abzuschneiden.

Nun wird es spannend, denn jetzt werfen wir spaßeshalber mal ein paar Gramm Logik in den Topf: Eigentlich dürfte es keinen nennenswerten Unterschied machen, ob die Menschen draußen an der Urne oder zuhause per Brief wählen, da eh jeder das wählt, was er wählt, egal ob per Post oder im Wahllokal.

Wenn die Demokraten nun unbedingt die Briefwahl forcieren wollen, weil sie sich davon ein schlechteres Abschneiden Trumps versprechen, und ihm auch noch vorhalten, sich so vehement dagegen zu wehren, weil er bei einer regulären Wahl bessere Chancen hätte, dann geben sie damit doch explizit zu, dass auch sie im Fall einer Briefwahl fest von massiven Wahlmanipulationen und -fälschungen zu Ungunsten Trumps ausgehen. Ginge dabei nämlich alles mit rechten Dingen zu, dürfte es doch keinerlei Unterschied machen, ob per Brief oder im Wahllokal abgestimmt wird, wie wir soeben festgestellt hatten. Und wir reden hier von den Demokraten, wohlgemerkt, also jener Partei, die Trump bis vor Kurzem immer noch unterstellt hat, sich seinen Wahlsieg beim Kollegen Putin eingekauft zu haben. Ergo: Die Demokraten glauben selbst, dass Wahlmanipulation im Rahmen des Möglichen liegt, sogar in ganz großem Stil.

Wir halten also fest: Trump und seine politischen Gegner sind beide offensichtlich gleichermaßen fest davon überzeugt, dass bei der Briefwahl gemogelt werden könnte, und sagen das auch beide, nur mit anderen Worten.

Aber nur bei Trump kommt deswegen der Faktencheck und sagt: „Lügner!“

Finde den Fehler!

Faktenchecker, die Zweite

Die Deutsche Presseagentur, kurz „dpa“, ist der größte und bedeutendste deutsche Pressedienst. Seit Jahrzehnten sind ihm praktisch alle deutschen Rundfunkanstalten und Tageszeitungen mit Vollredaktion angeschlossen, die dadurch auch ohne eigenes Korrespondentennetz umfassend über die Geschehnisse in aller Welt berichten können. Der Unternehmenszweck der „dpa“ ist laut Statut die Sammlung, Verarbeitung und Verbreitung von Nachrichten-, Archiv- und Bildmaterial jeder Art. Die Agentur verpflichtet sich, diese Aufgabe „unparteiisch und unabhängig von Einwirkungen und Einflüssen durch Parteien, Weltanschauungsgruppen, Wirtschafts- und Finanzgruppen und Regierungen“ zu erfüllen.

Dann checken wir doch mal kurz die Fakten, nämlich ob die Herrschaften wirklich unparteiisch und unabhängig vorgehen.

Oh halt, bevor wir unseren Faktencheck bei der „dpa“ durchexerzieren, müssen wir noch kurz vermelden, dass auch die „dpa“ selbst nun ganz dick ins Faktenchecker-Business eingestiegen ist. Scheint momentan ein echter Hype zu sein.

Die ach so unparteiische, unabhängige, knallhart neutral und investigativ relotierende „dpa“ wollte Twitter in nichts nachstehen und machte gleich mal einen ersten Faktencheck bei… bei… bei…

Tja, da kommen Sie niemals drauf! Nie und nimmer! Im Leben nicht! Auf keinen Fall! Nicht in hundert Jahren! Völlig ausgeschlossen!

Sitzen Sie immer noch? Schnäpschen auch wieder in Reichweite?

Sie werden es nicht glauben, aber… pssssst…. Nein, nicht Elvis, der ist wirklich tot, sorry. Nein, viel origineller! Jemand, mit dem niemand gerechnet hätte! Absolut niemand!

Pssst! Donald J. Trump!

Wir merken schon, Sie glauben uns nicht. Ja, wir glauben das auch selbst kaum, aber es stimmt! Versprochen! Was? Warum die sich als deutsche Presseagentur nicht zuerst mal einen deutschen Politiker zur Brust nehmen, fragen Sie gerade? Ist das Ihr Ernst? Ja, geht’s denn noch? Wollen Sie damit etwa andeuten, dass deutsche Politiker manchmal nicht so ganz die volle Wahrheit sagen? Also bitte! Sie sind ja ein schäääbigääärrr Lump! Nur Trump lügt! Ständig, nur, immer und als Einziger!

Was war passiert?

Trumps angsteinflößender Herausforderer, der virile Jungspund Sleepy Joe Biden von den Demokraten, hat bei einer Wahlkampfrede die Denkweise von Trump-Anhängern persifliert mit dem Worten: „We can only re-elect Donald Trump!“, zu Deutsch: „Wir können nur Donald Trump wiederwählen.“ Trump schnitt aus einer Aufzeichnung von Bidens Rede nur diesen einen besagten Satz heraus und machte sich einen Spaß daraus, diesen Tonausschnitt feixend zu verbreiten mit dem Hinweis, dass selbst Biden seinen Anhängern empfiehlt, Trump zu wählen. Soweit, so lustig. Typischer Trump-Humor halt, wie man ihn seit inzwischen vier Jahren wohl überall auf der Welt so langsam kennen und verstehen sollte.

Die Nachwuchs-Faktenchecker von der „dpa“ witterten hier jedoch ihre große Chance, gleich zum Einstieg so richtig „big time“ zu reüssieren, und ließen es in ihrem ersten Faktencheck vom allerfeinsten krachen, daher präsentieren wir Ihnen das Elaborat in voller Länge:

„Sinnentstellend gekürztes Biden-Video im Netz – auch von Trump verbreitet“

Im Netz macht ein Video die Runde, in dem Ex-US-Vizepräsident Joe Biden bei einem Wahlkampf-Auftritt die Wiederwahl von US-Präsident Donald Trump unterstützt. Zu hören ist: „We can only re-elect Donald Trump.“ Trump selbst verbreitet die Aufnahme des Biden-Satzes. Auch im deutschsprachigen Raum ist sie auf sozialen Medien zu finden.

BEWERTUNG: Der Clip ist sinnentstellend gekürzt. Biden will das genaue Gegenteil.“

Danke, „dpa“, was wären wir nur ohne euch? Hoffnungslos verloren im dunklen Universum der Falschnachrichtenflut hätten wir ohne eure akribische, investigative Aufklärungsarbeit doch glatt geglaubt, dass Biden Wahlwerbung für Trump macht. Kann schließlich mal vorkommen, warum auch nicht? Trump ist schließlich besser!

Liebe „dpa“, gerade wir Deutschen brauchten eure Klarstellung zwingend, um uns die gewünschte betreute Meinung zu bilden, speziell zu diesem Thema, wo die unbedarften, kulturlosen Amis, immerhin die älteste Demokratie der Welt, doch ohne die gönnerhaften Wahlempfehlungen aus Good Old Germany bekanntlich absolut überfordert wären. Voller Bewunderung beneiden sie uns um unseren ökonomischen Durchblick, unsere moralische Weisheit und unsere politische Weitsicht. Ganz besonders beneiden sie uns um Angela Merkel, Heiko Maas und Till Schweiger.

Jedoch am allermeisten beneiden sie uns um die weltbeste Presseagentur mit ihrem oberaffentittengeilen Faktenchecker, der gerade eine intergalaktische Premiere hingelegt hat, die ihresgleichen sucht: Faktencheck bei einem offensichtlichen Witz!

Und das auch noch völlig ernst gemeint – das glaubt einem kein Mensch!

Die „dpa“ wäre jedoch nicht die „dpa“, würde sie sich nun auf ihrer so gut wie gesicherten Pulitzer-Preis-Nominierung ausruhen. Nein, da geht noch mehr! Bereits für die nächste Woche hat die „dpa“ ihren nächsten Geniestreich angekündigt!

Aber Sie, verehrte Leser, brauchen sich bis dahin nicht mit unerträglicher Spannung zu peinigen, wir haben nämlich exklusive Vorab-Informationen, zwar streng vertraulich, jedoch widerspricht es unserer journalistischen Relotius-Ethik, unseren geschätzten Lesern essenzielle Informationen vorzuenthalten, daher lassen wir die Bombe heute schon platzen. Wir können Ihnen versprechen, es ist nicht weniger als mal eben der größte Betrugsskandal der Wissenschaftsgeschichte, genauer gesagt der Mathematik, der jetzt und hier schonungslos und umfassend aufgedeckt wird, weshalb ab nächster Woche alle Lehrbücher umgeschrieben werden müssen:

Und nun halten Sie sich fest, das Unvorstellbare ist wahr geworden: Es gab einen Faktencheck bei Pippi Langstrumpf, und dabei kam heraus, dass zwei mal drei gar nicht vier macht!

In der Matrix – rote Pille oder blaue Pille?

Am 25. Mai veröffentlichte „n-tv“ im Corona-Live-Ticker unter der Überschrift „Oxford-Wissenschaftler: Sinkende Fallzahlen schaden Impfstoffentwicklung“ eine Meldung, die wir ausnahmsweise eins zu eins übernehmen:

Großbritanniens führender Wissenschaftler bei der Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus hat davor gewarnt, dass die Chancen, ein wirksames Mittel zu finden, nur noch bei 50 Prozent stehen. Hauptgrund dafür seien die sinkenden Fallzahlen, sagt Humangenetiker Adrian Hill, der die Impfstoffentwicklung an der Universität Oxford leitet, im „Sunday Telegraph“. Das Virus könne sich durch die geltenden Kontaktbeschränkungen in Großbritannien nur begrenzt ausbreiten, das mache es schwer, den Einfluss eines Wirkstoffes nachzuweisen.

„Es ist ein Rennen, aber nicht gegen andere Labore, sondern gegen das verschwindende Virus und gegen die Zeit“, betont Hill. „Wir befinden uns in einer bizarren Situation, in der wir das Coronavirus aus wissenschaftlicher Sicht noch eine Weile brauchen.“

Demnach könnte die Studie mit 10.000 Briten, die Anfang Mai begonnen hat, ein Flop werden und ohne Resultat enden. Normalweise würden die geimpften Probanden in die Öffentlichkeit geschickt, um sich anzustecken und zu sehen, ob das Vakzin wirkt, sagt Hill. Aber wenn das Virus nicht mehr grassiere, komme es womöglich nicht dazu.

Soweit „n-tv“ im Corona-Live-Ticker von Montagabend. Wer jetzt die an dieser Stelle gewohnte messerscharfe Kommentierung unserer gnadenlos verbal marodierenden BUNTschau erwartet, den müssen wir leider bitter enttäuschen, denn auf der Liste der Meldungen, die mit keinem Sarkasmus oder Zynismus der Welt mehr zu toppen sind, steht diese hier ganz oben.

Die Verachtung der Gauner für arme Menschen

Julia Klöckner ist eine der fünf stellvertretenden Vorsitzend***Innen der Kommunistischen Partei Deutschlands, kurz CDU, und Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft im Grusel-Kabinett Merkel IV. Ihre einzige Begegnung mit der realen Welt beschränkt sich darauf, mal Weinkönigin und Chefredakteurin einer Wein-Fachzeitschrift gewesen zu sein. Zwei ehrenhafte Betätigungen, in denen sie sicher hervorragende Arbeit geleistet hat und bei denen sie wohl besser mal geblieben wäre, doch leider entschied sie sich für eine Karriere in der organisierten Kriminalität, also der Politik. Auch das wäre noch zu verschmerzen gewesen, wenn sie sich in dieser Position darauf beschränkt hätte, das zu tun, was sie gelernt hat: Nett auszusehen, den Menschen freundlich zuzuwinken und hie und da mal ein Weinchen zu schnabulieren.

Aber nein, sie musste leider den Mund aufmachen und tut nun das, was in der Politik gerade ganz groß in Mode ist: Diejenigen, die mit ihrer harten, ehrlichen Arbeit ihr exorbitantes Einkommen erwirtschaften und daher selbst kaum mehr genug zum Leben haben, ihre tief sitzende Verachtung spüren zu lassen.

Jüngst postulierte sie im Online-Magazin des merkeltreuen Propagandasenders „n-tv“:

„Billig-Werbung für Billig-Lebensmittel ist nicht nur nervig, sondern auch das Gegenteil von Wertschätzung.“

Die knallhart investigativen und die Staatsgewalt kritisch hinterfragenden Bücklinge von „n-tv“ finden das sogar noch „schön ausgedrückt“. So geht Distanz zur Macht!

Sie halte Billigpreise für Nahrungsmittel und die Werbung dafür für ein fatales Signal, sagte Klöckner in Berlin zu Ankündigungen aus dem Lebensmitteleinzelhandel, die Preise für Fleisch und Wurst zu senken.

Genau, Frau Klöckner, es ist natürlich besser, wenn Lebensmittel möglichst teuer sind. Sollen die Armen doch Tütensuppe fressen, das reicht, um am Leben erhalten zu bleiben. Gerade jetzt in der Corona-Krise, die für Millionen Menschen eine existentielle Bedrohung darstellt und ein Abgleiten in die Armut zur Folge haben wird. Ja, teurere Lebensmittel, das ist genau das Signal, worauf diese Menschen gewartet haben! Ihnen, Frau Klöckner, kann es ja egal sein, die Sie monatlich rund 20.000 Euro an Bezügen erhalten, erwirtschaftet von genau diesen Menschen. Für ein Stückchen Wurst wird es bei Ihnen immer noch reichen. Mehr Abgehobenheit geht beim besten Willen nicht.

Weiterhin sagte Klöckner:

„Der Preis ist mehr als eine Zahl, er gibt eine Art Wertschätzung wieder.“

Ja, Frau Klöckner, das ist Ökonomielegasthenie am Hochreck. Richtig, der Preis ist mehr als eine Zahl, er hat vielmehr eine Signalwirkung für die Knappheit eines Gutes und setzt sich aus einem komplexen Zusammenwirken von Angebot und Nachfrage zusammen. Sicher hat das auch etwas mit Wertschätzung zu tun, aber anders, als Sie es meinen. Der tatsächliche Wert wird nämlich nicht geschätzt, sondern ermittelt.

Und zwar von den Marktteilnehmern, sprich Anbieter und Nachfrager, also Produzenten und Konsumenten, im freien Zusammenspiel. Und das haben die einzig und allein unter sich auszumachen, Dritte geht das nichts an, am allerwenigsten den Staat.

Und was die Wertschätzung anbetrifft, liebe Frau Klöckner: Menschen mit geringem Einkommen werden es sicher zu schätzen wissen, dass auch sie sich mal ein gutes Stück Fleisch leisten können. Das ist echte Wertschätzung, aber das gönnen Sie diesen Menschen offensichtlich nicht. Was Sie uns hier durch die Hintertür stattdessen nahebringen wollen, ist die Arbeitswerttheorie, die integrativer Bestandteil der Irrlehre eines geisteskranken Menschenverachters namens Karl Marx war, und wo immer diese Irrlehre umzusetzen versucht wurde, brachte das Millionen Menschen in bitterste Armut, Unfreiheit oder gar ins Grab. Wenn es das ist, was Sie wollen, dann sagen Sie es doch offen, statt umständlich drumherum zu schwurbeln!

Weiterhin sagte Klöckner:

„Wer Kampfpreise bei Waschmitteln nutzt, meinetwegen. Aber Kampfpreise bei Lebensmitteln, das hat ganz andere Implikationen.“

Liebe Frau Klöckner, erklären Sie uns doch bitte mal kurz, wo genau unter ökonomischen Aspekten der Unterschied zwischen Waschmitteln und Lebensmitteln liegen sollte? Nun, es gibt keinen!

Beides sind Waren, und für beide gelten die ökonomischen Naturgesetze genauso, wie die Schwerkraft für beide gilt. Wenn Sie nämlich eine 10-Kilo-Packung Persil und ein Pfund Schweinenacken gleichzeitig vom Kölner Dom werfen, kommen beide exakt gleichzeitig unten an, obwohl sie unterschiedlich schwer sind. Analog dazu gelten am Markt exakt die gleichen Preisbildungsmechanismen für beide Produkte.

Es gibt jedoch einen wesentlichen Unterschied: Ein Mensch kann zur Not in ungewaschenen Klamotten herumlaufen, davon stirbt er nicht. Aber ohne Nahrungsmittel wird es schwierig. Rund 100 Millionen Bürger der Sowjetunion und Rotchinas würden Ihnen das jetzt liebend gerne bestätigen, wenn sie nicht versehentlich verhungert wären, weil ihre Regimes den gleichen Schwachsinn verzapft haben wie Sie.

Wir gedenken der salbungsvollen Worte einer anderen Abgehobenen: „Sie haben kein Brot mehr? Lasst sie doch Kuchen essen!“

Frank-Achmed Steinmeier

Bundesgrüßaugust Steinmeier bedankte sich anlässlich des Endes des islamischen Fastenmonats Ramadan bei allen Muslimen, dass sie sich mehrheitlich an die Corona-Einschränkungen gehalten und besonnen reagiert haben.

Mit ähnlichen Worten hat er sich bereits vor sechs Wochen auch bei den Christen bedankt, dass sie aufgrund des ausgefallenen Osterfestes nicht gleich einen Kreuzzug losgetreten haben. Ach nee, hat er gar nicht, sorry.

Ebenfalls vor sechs Wochen hat er sich bei den Juden bedankt, dass sie uns aufgrund des ausgefallenen Pessach-Festes nicht gleich die sieben biblischen Plagen aufgehalst haben. Ach nee, hat er gar nicht, sorry.

Was will es uns wohl sagen, wenn sich der Bundespräsident nur bei einer ganz bestimmten Bevölkerungsgruppe dafür entschuldigt, dass aufgrund eines nationalen Notstands auch ihre Grundrechte eingeschränkt wurden, und sich dann sogar noch explizit dafür bedankt, dass diese sich ohne zu marodieren an die geltenden Gesetze gehalten haben? War er etwa überrascht? Ist er gar davon ausgegangen, sie werden das vielleicht eher nicht tun? Wann bedankt er sich wohl bei den Autofahrern, dass sie sich mehrheitlich an die Straßenverkehrsordnung halten und nicht alles plattfahren?

Selbstverständlich ließ Steinmeier es auch nicht aus, die ständigen Übergriffe auf Muslime und Moscheen aufs Schärfste zu verurteilen. Ja, das musste endlich mal gesagt werden! Bekanntlich wird jede Woche eine Moschee abgefackelt, und kaum ein Tag vergeht, ohne dass mindestens 10 arglose Anhänger der Religion des Friedens von Ungläubigen brutal dahingemeuchelt werden.

In zugegebenermaßen extrem seltenen Einzelfällen kommt es allerdings auch mal vor, dass Synagogen beschmiert und christliche Kirchen geschändet werden. Ja, es soll sogar schon mal vorgekommen sein, dass Juden auf offener Straße angegriffen und ungläubige Kartoffeln gemessert wurden, und angeblich war da auch mal irgendwas mit einem Weihnachtsmarkt in Berlin, man weiß es nicht so genau.

Jedoch auch hierzu fand der Bundespräsident immer schon deutliche Worte, mit denen er mutig den Finger in die Wunde legt. Und weil es so ergreifend und herzerwärmend ist, wollen wir Ihnen den genauen Wortlaut der mahnenden Rufe unseres höchsten Volksverräters, äh, sorry, Volksvertreters nicht vorenthalten:

(Ende der Auflistung)

Danke für Ihre Aufmerksamkeit! Zur Veranschaulichung dieses Vorgangs noch flott eine Kernweisheit über den Sozialismus: „Alle sind gleich, nur die Aufseher und ein paar Privilegierte sind ein wenig gleicher.“

(Autoren: Die Stahlfeder, einige Ergänzungen von Apo)

(BUNTschau Mai 2020, Teil 3 <—> BUNTschau Juni 2020, Teil 1)

(Zur ersten BUNTschau 2016 gelangen Sie hier.)

3 Kommentare zu „30 Tage Irrsinn in und um Buntland (Mai 2020 – Teil 4)

  1. Die Fabulierungs-Lust und auch -Fähigkeit von Herrn Mende ist wohl kaum übertreffbar. Meine Anerkennung.

    Dass die meisten Beiträge auch für Schnellleser reichlich lang werden, das nimmt man(n) (zumindest dieser hier) dafür gerne in Kauf.

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