Licht und Staub

Ich kann nicht schlafen, will nicht wachen
Genau solch Phasen, die mich fassen
Die in mich dringen, aus mir scheinen
Es kann gelingen, Glück zu weinen

Seid nicht bedacht, es zu verpassen
Wie Licht es schafft, das Licht zu fassen
Es leuchtet auch bei Dunkelheit
Und bräuchte nur Gerechtigkeit

Wird Licht erstmals als Licht erkannt
Und Schicht für Schicht und Hand in Hand
Im Krieg des Lebens akzeptiert
So siegt der Mensch, der doch verliert

Wen stört dabei, dass so viel Staub
Betört ist von dem Leibesraub?
Als letzte Existenz verweht
Und nicht einmal den Raub gesteht?
Um Sinn und Halt sich feige windet
Und uns aus unsrer Pflicht entbindet!
Als Höhepunkt hielt sich versteckt
Dass nämlich Staub gar Licht bedeckt!

Wir sind Staub im Menschgewand
Hier zersetzt der Aggregatzustand
Das Wässrige zum Trockenlicht
Was wiederum schließlich zerbricht

Im Antlitz dieses Staubverwehens
Belacht das Nichts den Hort des Flehens
Und über allem thront sinnlos
Der leere Nihilismushof

Unser Licht bahnt sich so lang
Bis nichts mehr je gedeihen kann
Wenn keiner lebt, um zuzugeben
Dass das Nichts weht und nichts daneben

Wen stört dabei, dass so viel Nichts
In alles und in jeden schlich?
Geschlagen liegt der Staub im Licht
Auf dass die Zukunft das verbricht
Was unser Schicksal seit Beginn
In allem und in jedem spinnt
Licht und Staub? Ihr Spaßgesellen
Seid bald verglühte Feuerstellen!

(aus: Lyrik über alles und nichts)

(Foto: Moetrix)

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