Buchrezension: Frank Jordan – Das Attentat: Frank Jordan haut die nächste Bombe raus

Vorhang auf und Klappe, die Dritte! Was hatte ich mich gefreut, den neuen Roman von Monika Hausammann alias Frank Jordan in meinem Briefkasten vorzufinden, bedeutete dies doch, dass mich – nach „Die Ministerin“ (2016) und „Der Fonds“ (2017) – zum dritten Mal eine überaus komplex aufgezogene, mit viel Liebe zum Detail versehene, und nicht zuletzt unglaublich spannende Kriminalgeschichte erwarten würde. Eine Geschichte, die innerhalb eines stetig irrer werdenden Europas realistischer kaum sein könnte und jedem freiheitsliebenden Menschen tief aus der Seele spricht.

Sorgfältig zeichnet Jordan die vielen Charaktere seines Thrillers, für die man Zeit und Konzentration mitbringen sollte, dann aber umso reicher belohnt wird. Ich persönlich blieb nach Abschluss der Lektüre mit der Frage zurück, ob ich eben tatsächlich einen (fiktionalen) Thriller gelesen oder nicht viel eher ein dringend notwendiges Aufklärungsbuch über die Verdorbenheit, die Korruption und den inhärenten Totalitarismus des exorbitanten Bürokratiemonsters namens EU. Geschickt werden die unterschiedlichen Ebenen miteinander verwoben.

Haben mir schon die ersten beiden Romane ob ihrer gleichsam unterhaltsamen wie gut recherchierten Handlungsstränge gefallen, so finde ich, dass Jordan in „Das Attentat“ noch eine weitere Schippe drauflegt – sowohl sprachlich als auch inhaltlich. Die unabdingbare Prämisse der inneren wie äußeren Freiheit (Selbstbestimmung, Vertragsfreiheit) zieht sich quer durch den Roman, manchmal implizit, manchmal explizit.

Um stellvertretend ein Beispiel aus einer leidenschaftlichen Ansage des vielschichtigen Charakters und Politikers Pierre Besson herauszugreifen:

„(…) Aber sosehr ich die Vernunft auch liebe, es ist etwas anderes, was ich anbete: die Freiheit. Unsere Gesellschaft, die Leute draußen, haben ihre Freiheit abgegeben. Delegiert an Leute wie mich. Es ist – war, muss ich vielleicht sagen – mein Ziel, ein Stück dieser Freiheit zurückzuholen. Und das geht nur, wenn ich sie unsereinem wegnehme. Der Apparat Staat ist selbstherrlich und reiner Selbstzweck geworden. Das einzige Ziel der Selbsterhalt. Um jeden Preis. Wohin das führt, das wissen wir beide. Wenn also mein Ziel so oder so die eigene Absetzung, im besten Fall die ersatzlose Streichung meines Mandats ist, dann wirst du verstehen, dass mich ein Skandal, soweit es meine Person anbelangt, nicht bis ins Mark erschüttert (…)“ (S. 337)

Wie auch schon von anderen Rezensenten richtigerweise festgestellt wurde, erkennt man sehr deutlich, dass mit Frank Jordan in ökonomischer Hinsicht einer „vom Fach“ schreibt, wenn es beispielsweise um Themen wie Bargeld, (Null-)Zins etc. geht. Heutzutage eine Seltenheit.

Wieder einmal eine klare Kaufempfehlung für alle, die genügend Geduld mitbringen, um während eines aufreibenden Wechselbads der Gefühle einen langen und realistischen Blick hinter die (schmutzigen) Kulissen von Politik/EU zu werfen.

(Diese Rezension erschien zunächst hier.)

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