Chinesischer Opportunismus

China unterhält mit jedem Beziehungen, von dem man sich langfristig Vorteile und Einfluss für den eigenen Markt erhofft. Deswegen nimmt man sich seit geraumer Zeit auch mehr und mehr Pleite-Staaten in Afrika an (etwas, was Europa völlig verschlafen hat), jedoch nicht kopf-, sinn- und planlos, indem Abermilliarden in „Entwicklungshilfe“ gepumpt werden, ebenso nicht selbstzerstörerisch, indem ohne Rücksicht und Legitimation eine Generaleinladung an alles und jeden ausgesprochen wird (und nicht einmal ansatzweise irgendwelche Probleme löst, erst recht nicht langfristig), sondern so, dass langfristig Ressourcen fließen. Während die EU offenbar erst im Jahre 2016 mitbekam, dass die afrikanische Küste jener Europas doch tatsächlich gegenüberliegt, engagiert sich China bereits seit über 20 Jahren in so gut wie jeder Region des Kontinents. Wie auch Dr. Karin Kneissl betont, nimmt China Afrika als potenziellen Markt mit wirtschaftlichen Chancen wahr. (In diesem Zusammenhang sei betont, dass nur Marktwirtschaft dauerhaft der Garant für Frieden und Wohlstand bedeutet.)

„Ein beispielhaftes Projekt wurde im Frühjahr 2017 fertiggestellt. Eine von China mitfinanzierte und erbaute Eisenbahnstrecke verbindet in Kenia die Hafenstadt Mombasa mit der Hauptstadt Nairobi. Die rund 500 Kilometer lange Strecke kostete etwa 3,4 Mrd. Euro und wurde zu 90 Prozent mit einem chinesischen Kredit finanziert. Die neue Strecke ist Teil eines geplanten Bahnnetzes, das die Nachbarländer Uganda, Ruanda und Südsudan mit Mombasa verbinden. Es handelt sich um die ersten großen Eisenbahn-Bauten seit dem Ende der britischen Kolonialzeit [sic!]. (…) Die westlichen Kritiker der chinesischen Allianzen mit Autokratien müssen sich die Frage gefallen lassen, ob der Westen mehr zur Entwicklung oder Entschuldung der afrikanischen Staaten beiträgt als die Asiaten [warum Afrika nicht selbst etwas auf die Reihe kriegt, sondern sowohl in Vergangenheit als auch Gegenwart auf andere angewiesen war/ist, erkläre ich an anderer Stelle]. Der Leistungsausweis der Entwicklungszusammenarbeit der EU ist ernüchternd (…) Unternehmen hingegen schaffen Arbeitsplätze und fördern damit die Selbstständigkeit, ob von Individuen oder Staaten.“

Man weiß auch um die eigentlichen Ressourcen Venezuelas. Dass Venezuelas katastrophale Situation die „Schuld der USA“ sei, wie sozialistisch vernebelte Westler gerne behaupten (da sie nicht begreifen, dass die sozialistische Politik zum x-ten Male ein Land in den Ruin trieb), wird man von keinem chinesischen Politiker hören. Hier greift die konfuzianische Haltung der Nicht-Konfrontation. Im direkten politischen Diskurs mit Ausländern verhält man sich diplomatisch, weder arrogant noch aufbrausend, weder fordernd noch besserwisserisch. Stattdessen vorgeblich (!) „schüchtern“, ja, „naiv“. Auch wenn Chinesen wissen, welchen Unsinn andere Staaten fabrizieren (und sie wissen es), würden sie entsprechenden Verantwortlichen niemals Kritik direkt ins Gesicht schleudern, sondern stets so handeln, damit sie selbst langfristig Vorteile erzielen. Opportunismus eben und – mit Verlaub – das genaue Gegenteil von Deutschlands inkompetenter Führungsriege, die sich aktuell gerne in der Rolle des moralisierenden Eine-Welt-Pseudohumanisten sieht, der das eigene Volk zwar zum Abschuss freigegeben zu haben scheint, zeitgleich aber offen gegen alles und jeden poltert, der sich gegen globalistische Eine-Welt-Szenarien positioniert (USA, Visegrád-Gruppe).

Opportunismus hat unterschiedliche Dimensionen. Ich persönlich betrachte ihn auf das Individuum heruntergebrochen kritischer als im „politischen Kontext“. Moralentkernt und rücksichtslos diverse Spielchen mitzuspielen, um eigene Vorteile zu ergattern, war mir persönlich schon immer zuwider – schon zu Schulzeiten. Als „Staatsoberhaupt“ (oder Monarch) muss man jedoch, wenn sich ein Zwangsstaat schon nicht abschaffen lässt und man angeblich zum Wohle der Untertanen in ein Amt gehoben wird, immerhin dafür sorgen, was langfristig gut für die „Untertanen“ ist. Es gibt auch hierbei Abstufungen und verschiedene Formen des Opportunismus, genauso wie es Abstufungen hinsichtlich des unethisch-unmoralischen Härtegrads unterschiedlicher Staaten gibt. Die Tatsache, dass ein auf Zwang und Gewalt basierender Staat grundsätzlich ethisch-moralisch in sich widersprüchlich und damit abzulehnen ist, bedeutet noch lange nicht, dass die evidenten Härtegrad-Abstufungen irrelevant seien. Es ist nun mal ein Unterschied, ob man in Nordkorea oder in Hongkong, ob man in Venezuela oder in der Schweiz, ob man in Afghanistan oder in Singapur lebt.

Die deutschen, in die Verantwortung gewählten Widde-widde-wie-uns-das-Gesetz-gefällt-Politgauner stellen ihren individuellen Opportunismus über den „ihres“ Volkes, behaupten jedoch das exakte Gegenteil und lassen sich als großherzige Fernstenliebe-Humanisten abfeiern. Michael Klonovsky dazu:

„Jeder Mensch, der reist oder ausländische Bekannte hat, die ihm nicht nur höflich nach dem Mund reden, weiß, dass die fremdheitseinebnende Weltsicht westlicher Progressisten anderswo belächelt oder sogar verspottet wird. Natürlich hat sich unter den Anderen längst herumgesprochen, wie sehr die deutsche Fernstenliebe nur aus dem Mangel an Nächsten- und sogar Eigenliebe rührt und wie verlogen sie ist (kein Grund für Fremde, sie nicht ausgiebig zu strapazieren, gewiss).“

Handel mit sogenannten Paria- oder Schurkenstaaten (jeder Staat ist, ethisch-moralisch betrachtet, einer, aber eben in Abstufungen) betreiben sie alle. Allerdings sorgen opportunistische Chinesen wie Xi Jinping neben ihren eigenen Vorteilen tatsächlich auch noch für langfristige Vorteile des gemeinen Chinesen. Er muss das hinkriegen bei einem solch gigantischen Volk, da andernfalls – kulturell/historisch bedingt! – die beiden chinesischen Urängste (Verhungern und Disharmonie) dafür sorgen würden und werden, dass er gestürzt wird, KP hin oder her. Beispiele hierfür in der über 4000 Jahre alten Dynastien-Geschichte Chinas gibt es Dutzende. Deswegen bin ich hier auch ein relativ großer Fan von den drei (sich stellenweise überschneidenden) Hauptphilosophien der Chinesen: Buddhismus, Daoismus, Konfuzianismus. Sie stehen über der Politik bzw. Politik muss sich daran orientieren, andernfalls bedeutete es langfristig immer eine Katastrophe oder das Ende eines Herrschers. Beispiel: In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde die Ming-Dynastie durch einen Bauern begründet, der es geschafft hatte, ein System zu entwickeln, die größte Urangst des Verhungerns abzuwenden. Der „aristokratische“ Vorgänger konnte nichts dagegen tun. (Gleichzeitig sind jene Philosophien auch der Grund, weshalb Chinesen als Ausländer nirgends auf der Welt Probleme verursachen, Sonderbehandlung und -rechte postulieren, sondern im Gegenteil in nicht unbeträchtlichem Ausmaß zum Bruttoinlandsprodukt beitragen etc.)

Mein chinesischer Freundeskreis bietet treffliche Beispiele zur Untermauerung: Wenn ich sie nach der hiesigen Politik frage, zucken sie in der Regel mit den Schultern. Wie irgendwelche Personen an der Spitze heißen? Egal. Was so alles im Ausland ausgehandelt wird? Egal. Woran sie sich seit Neuestem halten sollen? Egal, macht sowieso keiner, wenn es sich um Unsinn handelt (z.B. Rauchverbot) usw. Was ihnen jedoch nicht egal ist, sind die philosophischen Traditionen ihres Landes. Kommunismus widert sie entweder an oder er ist ihnen egal. Die drei Philosophien hingegen nicht.

Entgegen einer weitverbreiteten (westlichen) Meinung werden Chinesen übrigens nicht kollektivistisch, sondern relationalistisch, erzogen. Noch genauer: Familistisch, sprich: Familie und familiäre Werte, welche wiederum auf der Philosophie des Konfuzianismus basieren, stehen über allem. Nicht einmal Mao konnte diese brechen und er hat es im Zuge der marxistischen Doktrin, wonach die (traditionelle) Familie sukzessive abgeschafft werden soll, weiß Gott, versucht.

„Die Qin-Dynastie hat ebenso wie zwei Jahrtausende später Mao Zedong versucht, die Menschen in einem kollektiven Geist zu erziehen. Beide sind damit gescheitert. Die Familie erwies sich immer als stärker. Mit Familie sind dabei nicht allein Eltern und Kinder gemeint, sondern eine Sippe, also ein größerer Kreis, der sich auf eine gemeinsame Abstammung berufen kann.“ (Baron, Yin-Baron)

Es gibt in China weder Wohlfahrtsstaat noch Sozialhilfe noch ein Pendant zu „Hartz 4“, sondern Familienzusammenhalt. Das „große Ich“, so Baron, „das gemeinschaftliche Denken der Chinesen, endet jedoch an den Grenzen der eigenen Sippe. So sehr es nach innen, in den Kreis von Familie (und guten Freunden) hinein Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft erzeugt, so sehr weckt es nach außen den Willen, sich von niemandem übertreffen zu lassen. Der Individualismus der Chinesen ist auf den Bereich jenseits von Familie (und guten Freunden) beschränkt, dort fällt er dann allerdings umso ausgeprägter aus.“ Soll heißen: Prestige, Erfolg, Bildung, Wettbewerbsorientiertheit, Ehrgeiz. (Wer auf Chinas Straßen unterwegs ist, spürt von kollektivem Zusammenhalt nichts. Dennoch solidarisieren sich Chinesen augenblicklich untereinander, sollte „einer der ihren“ öffentlich bedroht oder gar attackiert werden.)

Freilich handelt es sich um eine allgemeine Tatsache, dass die Familie weltweit der Ort der primären Sozialisation ist. Hier werden nicht nur Charakter respektive Selbstwertgefühl jedes Einzelnen geprägt und Menschen in eine Kultur überführt, sondern auch Werte und Einstellungen einer natürlich (zusammen)gewachsenen Gemeinde oder Gesellschaft an folgende Generationen übertragen. „Nichts ist wichtiger“, so der Hirnforscher Wolf Singer, „als der erzieherische Prägungsprozess unserer Kinder.“ Baron: „Nirgendwo wird diese Erkenntnis ernster genommen und nirgendwo spielt die Familie bis heute dabei eine größere Rolle als in China. In den meisten westlichen Ländern hat sie dagegen durch immer individuellere Lebensentwürfe und alternative Familienmodelle in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend an Bedeutung verloren.“ Die Folgen sind verheerend, da der Staat als „Ersatzpapi und -mami“ fungiert („Nannystaat“).

Darüber hinaus ist China im politischen Sinne, wie gesagt, opportunistisch und freundlich nach außen, nach innen jedoch unsagbar patriotisch. Nach China wird kein gewalttätiges Gesindel aus Niedrig-IQ-Regionen einwandern, geschweige denn vollumfänglich alimentiert. Wer kommt, muss nützlich sein und dem Land einen Mehrwert einbringen. Selbst eines der Flaggschiffe der deutschen Wirtschaft in Form der Automobilindustrie darf hier nur nach einem Joint Venture mit Chinesen in China produzieren, was letztere nicht selten zum Abschöpfen von „Know-how“ nutzen. Natürlich spielt Deutschland hierbei trotzdem mit. Allein rund die Hälfte aller Volkswagen ist mittlerweile für den chinesischen Markt bestimmt.

Bei aller berechtigten Kritik an China, stört mich (wie auch schon hier dargelegt), dass ihm in steter Regelmäßigkeit globale, außenpolitische Aggressionen angedichtet werden, die gar so weit gehen, dass künftige Militärschläge zum Ziele der Weltherrschaft nicht ausgeschlossen werden. Von all den vielen Dingen, die man am chinesischen Staat kritisieren kann, ist potenzielle Kriegstreiberei unangebracht. Man sollte sich diesbezüglich zumindest ansatzweise mit chinesischer Kultur, Philosophie und Geschichte auseinandersetzen, um zu begreifen, dass China die Welt, wenn überhaupt, dann nur friedlich via Märkten „erobert“. China war (!) bereits über viele Jahrhunderte mit Abstand größte und einzige Weltmacht, ja, man verstand und versteht sich stets und nach wie vor als „Reich der Mitte“ (der Welt – kein Chinese sagt „China“). Wie viele Staaten jenseits ihrer Grenzen hatten sie, als die Bedingungen mehr als günstig standen, noch gleich angegriffen? Eben. Im Gegensatz zu „manch“ anderen. Das sollte man vielleicht alles etwas bedenken.

9 Kommentare zu „Chinesischer Opportunismus

  1. […]Nirgendwo wird diese Erkenntnis ernster genommen und nirgendwo spielt die Familie bis heute dabei eine größere Rolle als in China.[…]
    Seitdem ich in den Philippinen lebe, kann ich sagen, dass „nirgendwo“ nicht so ganz stimmt. Die haben hier nur das grosse Problem von 20 Punkten weniger IQ, im Vergleich zu den Chinesen.

    Und da ich selbst einige Jahre in China gelebt habe, sowie mir einige Freunde dort erhalten habe, kann ich dem Grundtenor des Artikel nur zustimmen. Nuetzlichkeit ist der wichtigste Aspekt in den Aussenbeziehungen, angefangen mit den Aussenbeziehungen der Familie.

    Die militaerischen Befestigungen im chinesischen Meer dienen vor allem der Sicherung der Seewege nach Afrika, woher sie sehr viel Nahrung importieren. Die Nahrung wird dort unter chinesischer Fuehrung und Infrastruktur mit afrikanischen Arbeitern angebaut. Das ist ueberlebenswichtig fuer China, da es zu wenig Anbauflaechen hat.

    Die Standard Antwort auf politische Themen ist: Ach, Scheiss Politik, darueber reden wir nicht. Zum einen ist das begruendet mit Zensur und Verfolgung politischer Gegner durch die Regime, zum anderen wissen sie, dass viel Geld wichtiger ist als jede politische Vorgabe. Ein Buerokrat der aus politischen Gruenden nicht mitspielt wird halt bestochen.

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  2. Perfekt analysiert.. Ich habe später als Hobby Buddhismus mit allen seinen Facetten auf Sri Lanka studiert. Sie haben den Hintergrund perfekt erklärt. Außerdem haben die Chinesen etwas was auch die „Osteuropäer“ Sie schauen überall was sie lernen können… Wie sie von Neuem profitieren können. Die Westler sind überall nur belehrend und überheblich… Dass auch sie etwas lernen, kopieren können, fällt die überhaupt nicht ein…

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    1. China will mit diesen Infrastruktur-Investitionen zeigen, dass es nicht bloß an Rohstoffen interessiert ist, sondern Afrika darüber hinaus Wohlstand bringen möchte. Langfristig sollen wohl die chinesischen Fabriken in Afrika viele derjenigen in China ersetzen, wo mit steigendem Lohnniveau das Auslagern nach Afrika die Folge sein könnte. Afrika würde dann quasi zur verlängerten Werkbank Chinas werden. Gleichzeitig ist es dauerhaft Afrikas einzige Chance: Es braucht Marktwirtschaft dort, wo sie leben. In Hundertmillionenscharen den Kontinent zu verlassen, um darauf zu spekulieren, in den „Sozial”-Staaten des Westens ein Leben lang alimentiert zu werden, ist keine Lösung.

      Stattdessen würde durch das Eingreifen der Chinesen (in Afrika scheint es seit jeher notwendig gewesen zu sein – aus Gründen) die nächste Generation an Konsumgütern und vor allem Agrarprodukten über chinesische Cargos vom afrikanischen Kontinent in die restliche Welt exportiert werden. Der exorbitante Kauf von landwirtschaftlichen Nutzflächen unter rechtlich wie politischen oftmals dubiosen Bedingungen, wird von chinesischen Firmen gleichermaßen praktiziert wie von indischen und diversen Staatsfonds aus dem arabischen Golf. Meiner Meinung nach wäre eine Art Neokolonialismus der Chinesen auf dem afrikanischen Kontinent etwas, was allen Beteiligten zugute kommen würde.

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      1. ich verweise auf meinen Blog, in dem ich mich mit den Mechanismen der marktwirtschaftlichen Externalisierung sozialer und ökologischer Folgekosten des globalen Nordens auseinandersetze. Die reine Marktwirtschaft wird in Afrika keinen Fortschritt bringen, sofern mit Kredit und Ausbeutung, kolonialistische Machtasymmetrien etabliert und erhalten werden.

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  3. es ist schon ideologisch verdächtigt wenn man von ‚der‘ Marktwirtschaft als Afrikas einziger (sic!) Chance spricht. Warum fördert man nicht kulturell und ökonomisch gewachsene Subsistenzwirtschaft mit dem Ziel der technologischen Nachhaltigkeit? Warum experimentiert man nicht mit anderen Wirtschaftsformen? warum wollen wir auf Teufel komm raus nicht mit unserer Lebens- und Wirtschaftsweise brechen? Was, wenn die Produkte chinesischer Ausbeutung nicht nach China wandern, sondern nach Europa?

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  4. „Ideologisch verdächtig” ist kein Argument. Es kommt natürlich darauf an, was man unter Marktwirtschaft versteht. Hierfür gibt es auf meinem Blog die Sektion Downloads & Clips. Warum freie Marktwirtschaft der größte Verhinderer politischer Ideologien darstellen und zudem dauerhaft der Indikator für weltweiten Wohlstand bedeuten würde (nicht nur in Afrika), ist eine objektive Tatsache, basierend auf ökonomischen Gesetzen, Empirie und Logik. Gerne empfehle ich diesbezüglich Literatur, hier in der Kommentarspalte ist nicht der Platz, dies ausgiebig zu erläutern.

    Grundsätzlich bin ich übrigens völlig bei Ihnen. „Wir” sollten mit unserer Wirtschaftsweise in Form des Staatsinterventionismus in der Tat brechen. Auch hinsichtlich freier Experimente bzgl. Wirtschaftsformen habe ich rein gar nichts. Die erfolgreichste würde sich an einem freien Markt der Ideen (schon wieder freie Marktwirtschaft) und in freien Gesellschaften (Stichwort Sezession) durchsetzen. Leider wird dies jedoch verhindert. Ein Tipp: Es ist nicht „die“ Marktwirtschaft.

    In dem Blogbeitrag geht es allerdings in erster Linie darum, über gegenwärtige Entwicklungen zu berichten, dergestalt, dass China nun einen marktwirtschaftlicheren Ansatz ausprobiert, welcher der destruktiven Entwicklungshilfe westlicher Prägung entgegensteht (möglicherweise interessant in diesem Zusammenhang: https://philippantonmende.com/2018/02/25/dreckloch-laender/). Mit sozialistischen Kampfbegriffen wie „Ausbeutung” wäre ich sehr vorsichtig. (Demnächst werde ich diesbezüglich etwas Längeres schreiben.)

    Ich verweise abschließend auf eine Stellungnahme von Fiona Kobusingye, Präsidentin der ugandischen Gruppe für Menschenrechte und wirtschaftliche Entwicklung CORE, welche bereits 2009 in der „WELT“ veröffentlicht wurde: https://www.welt.de/debatte/kommentare/article6075798/Was-soll-die-Klimadebatte-Afrika-verhungert.html

    „(…) Wir brauchen nicht noch mehr Hilfe – vor allem nicht der Art, die vor allem an korrupte Beamte geht, die das Geld in ihre privaten Bankkonten leiten, die Propaganda-Konferenzen über Global-Warming abhalten und gleichzeitig ihre eigenen Leute arm halten. Wir brauchen keine reichen Länder, die uns Unterstützung beim Klimawandel anbieten (vielleicht irgendwann in zehn Jahren), wenn wir versprechen, uns nicht zu entwickeln. Wir müssen aufhören zu handeln, wie ignorante Wilde, die glauben, Sonnenfinsternisse wären der Zorn der Götter und Scharlatane könnten uns die Sonne zurück bringen. Wir müssen aufhören den „globale Erwärmung“ Scharlatanen zu glauben, die reich werden, indem sie uns einreden wollen, dass wir in Armut „Eingeborene“ bleiben sollten. Wir brauchen den Handel, Produktion, Strom und Treibstoffe, um moderne Industriegesellschaften aufzubauen. Wir müssen tun, was China und Indien tun – uns entwickeln – und mehr Handel mit ihnen treiben. Nur so erreichen wir Arbeitsplätze, Wohlstand, Gesundheit und auch Umwelt-Qualität, die wir verdient haben.“

    Jeder Satz ein Treffer. Sie schreit nicht nach „Entwicklungshilfe“, sondern will richtigerweise freien Handel, sprich Marktwirtschaft. Warum? Weil man genau den noch nicht ausprobiert hat. Sie hat erkannt, dass Prosperität keine Frage von Geld, besser gesagt Schulden ist, sondern von Freiheit.

    MfG

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