Was haben Hongkongs Brücken mit Berlins Flughäfen gemein?

Foto: © GettyImages

Richtig. Nichts.

Als ich kürzlich in Hongkong war, überkam mich ein gewaltiger Schock. Es gab Straßen, Schulen und Krankenhäuser! Und das, obwohl es im „Land” (sofern man Hongkong quasi als Land im Land betrachtet) mit der weltweit größten ökonomischen Unabhängigkeit weder eine Umsatzsteuer, eine Kapitalertragsteuer, eine Quellensteuer und eine Erbschaftssteuer gibt.

Dann stieß ich kürzlich auf dieses Bild:

Hongkong Brücke

Felix Maximilian Leidecker schrieb diesbezüglich:

„In Deutschland wäre derweil Folgendes passiert:

Zunächst würden zwei Untersuchungsausschüsse gebildet, deren Zusammensetzung durch eine Findungskommision festgelegt würde, bei der Frauen bei gleicher Eignung bevorzugt zu behandeln wären. Wichtig wäre, dass auch mindestens zwei KünstlerInnen mit an Bord wären, die ‚Haltung‘ zeigen. Diese wiederum würden jeweils vier bis acht Gutachten einholen.

Dann erfolgt eine Ausschreibung mittels eines Ideenwettbewerbs. 

Drei Anwohner und zwei Krabbenfischer klagen , irgendeiner findet die Kacke von seltenen Hamstern oder Fledermäusen oder Grottenolmen oder Seepferdchen und bis das alles geregelt ist, sind erneut eineinhalb Jahre vergangen.

Danach folgt ein drei Jahre andauerndes Planfeststellungsverfahren, welches mit 200 Anwohner-Klagen einherginge. In der Zwischenzeit würde vermutlich ein vom Aussterben bedrohter Molch in einem für einen Landpfeiler ausgehobenen Erdloch wohnen, was den BUND und Greenpeace dazu bringt, eine weitere Klage einzureichen, so dass die Idee eines 13 Kilometer langen Umgehungstunnels geprüft würde. Bis die verworfen ist, ist der Molch ausgestorben.

Anschließend bildet sich eine Bürgerinitiative Rettet unser Erdloch, da dieses für einige mittlerweile zum stilprägenden Kulturgut geworden ist.

Nach 20 Jahren wird gebaut, angesetzt sind zehn Jahre und 17 Milliarden Euro. Überreste einer spätrömischen Latrine werden entdeckt. Drei Jahre Moratorium wegen archäologischer Ausgrabungen sind die Folge. Der Bau zieht sich auf 20 Jahre, die Kosten belaufen sich auf 37 Milliarden Euro, bis der örtliche Ministerpräsident in einer feierlichen Zeremonie, begleitet von einem Harfen-Ensemble syrischer Flüchtlinge – von denen einer einen Geldbeutel findet und der Polizei übergibt – zur Eröffnung des mittlerweile ‚Campino-Brücke genannten Bauwerks das Band mit Hilfe einer übergroßen Schere durchtrennt. Danach gibt es ein Gratis-Konzert von [‚Faule Sahne Fischgeruch‘].

Alle sind sich einig, dass Kritik an den Kosten und der Dauer jetzt nicht Rückenwind für Nazis bedeuten darf. Vorsorglich werden die Mittel für den ‚Kampf gegen rechts‘ verdoppelt. Campino singt. Klaus Kleber weint.

Alle sind sich einig, es zukünftig besser machen zu wollen. Es ist das Jahr 2059. Bundeskanzlerin Angela Merkel mahnt an, nun auch endlich den Flughafen BER fertigzustellen.”

Gerüchten zufolge soll die bunte Regierung darüber nachdenken, Berlin abzureißen und neben einem funktionstüchtigen Flughafen neu zu errichten, um Zeit zu sparen. Alternativ könnte man Berlin BER auch einfach von Hongkongs Brückenbauern fertigstellen lassen. So könnte er nach rund zwei bis drei Monaten feierlich eingeweiht werden.

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