»Junge Männer sind überall krimineller!«

von Harald Grundner

„Die Altersstrukturen der Asylsuchenden und der Einwohner Deutschlands unterscheiden sich signifikant. Der Vergleich der relativen Anzahl Verdächtiger macht so also keinen Sinn, weil die Wahrscheinlichkeit, Gewaltverbrechen zu begehen, auch vom Alter abhängt. Diesen Effekt müsste man bereinigen… ansonsten ist das Teilen einer solchen Statistik allerhöchstens populistisch.“

„Diese Grafik ist natürlich wertlos ohne den Hinweis, dass die Zahlen nur schwer vergleichbar sind. Denn junge männliche Personen sind unabhängig von der Herkunft immer überdurchschnittlich an kriminellen Delikten beteiligt, und rechnet man diese Faktoren heraus, gleicht sich die Grafik erheblich an.“

So lautet, hier in zwei von unzähligen Varianten, das immer wiederkehrende Argument. Es soll belegen, Zuwanderer seien doch nicht krimineller als Deutsche, denn es würden unterschiedliche demographische Gruppen verglichen, nämlich einwandernde junge Männer mit dem deutschen Bevölkerungsdurchschnitt. Jedes Mal versuche ich, diesen Einwand mit „es kommen aber auch überwiegend junge Männer“ zu entkräften und denke, alles sei sonnenklar. Seltsamerweise funktioniert das nicht. Also sei die Problematik hier aufgedröselt.

Zunächst setzen wir voraus, Kriminalität hinge nur von Alter und Geschlecht (jung, männlich) ab, nicht jedoch von der Herkunft. Das stimmt zwar nicht, aber darum soll es hier nicht gehen. Im folgenden Bild sehen wir den deutschen Bevölkerungsdurchschnitt; Alte, Junge, Frauen, Männer. Rot markiert die gemäß Voraussetzung kriminellste Gruppe, die jungen Männer.

01 Durchschnitt Deutschland

Weiter vorausgesetzt, die Bevölkerung im Herkunftsland der Zuwanderer wäre vergleichbar gemischt zusammengesetzt. Das stimmt zwar auch nicht, aber darum… ich sagte es bereits. Hier also das Herkunftsland.

02 Durchschnitt Herkunftsland

Käme von dort ein repräsentativer Querschnitt und wir verglichen nur dessen junge Männer mit dem deutschen Querschnitt, begingen wir in der Tat den eingangs angemahnten Fehler.

03 Falscher Vergleich

Nun sieht der Querschnitt der Zuwanderer aber so aus:

04 Durchschnitt Migranten

Und der Vergleich so:

05 Richtiger Vergleich

Leuchtet „es kommen aber auch überwiegend junge Männer“ jetzt eher ein?

Nun frage ich mich, warum diese Erklärung nötig war; ja, junge Männer sind überall krimineller, aber wenn überwiegend junge Männer kommen, dann eben auch überwiegend kriminellere Menschen. Warum springt das nicht sofort ins Auge? Mir fällt nur eine Deutung dieser Denkblockade ein:

Dem mildgestimmten Moralmenschen ist unsere Gesellschaft eine unzerstörbare Gegebenheit, daher nicht von Interesse. So kann er seinen Blick ausschließlich dem Zuwanderer widmen und sich fragen, was die Einwanderungskritiker an ihm auszusetzen haben, da doch deutsche junge Männer genauso sind (was, siehe oben, falsch ist). Der Einwanderungskritiker wiederum sieht, dass jene Gesellschaft krimineller wird und hält das für ein Problem.

Ich auch.

7 Kommentare zu „»Junge Männer sind überall krimineller!«

  1. Dazu würde ich gerne die Quelle sehen… Und selbst, wenn es so ist, man kann den Menschen, die um ihr Leben fliehen und auf deren Rücken wir einen großen Teil unseres Luxus finanziert haben, nicht die Sicherheit verweigern, bloß weil sie mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit kriminell sind. Es ist traurig, wie schnell Menschen ihre menschlichkeit vergessen können. Da bestätigt sich wieder Bertolt Brecht „Nur dadurch lebt der Mensch, dass er so gründlich vergessen kann, dass er ein Mensch doch ist.“ Traurig

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    1. Guten Tag, Herr Huster,

      herzlich willkommen und danke für Ihren Kommentar.

      Da Sie nach Quellen fragen: Sehr gerne lade ich Sie ein, unter der Rubrik „Downloads & Clips“ den Bereich „Kriminalität“ zu begutachten. Dort finden Sie unter anderem eine über 100-seitige Auswertung und Abhandlung zur offiziellen Kriminalstatistik des BKA. Der direkte Link:

      https://philippantonmende.files.wordpress.com/2018/02/zahlen-und-fakten-zur-flc3bcchtlingskriminalitc3a4t.pdf

      Auch der etwas weiter unten zu findende Vortrag (in derselben Rubrik) von Stefan Molyneux sei Ihnen ans Herz gelegt. Erfordert alles ein wenig Sitzfleisch, lohnt sich aber, sofern es tatsächlich um Wahrheitsfindung und Fakten gehen sollte.

      Sie werden unter Umständen sogar erkennen, dass angesichts der gegenwärtigen Lage und Entwicklung Worte wie „weil sie mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit kriminell sind“ zynisch anmuten könnten und den nunmehr unzähligen Terror-, Raub-, Mord- und Vergewaltigungsopfern innerhalb Deutschlands gar blanken Hohn sprechen, ohne Ihnen diese Intention unterstellen zu wollen.

      „man kann den Menschen, die um ihr Leben fliehen und auf deren Rücken wir einen großen Teil unseres Luxus finanziert haben, nicht die Sicherheit verweigern“

      Sofern es auf Kosten der Sicherheit und des Wohlstandes der „hier lebenden“ Bevölkerung ist ( = empirisch bewiesen), dann sehr wohl. Leider bringen Sie hier kein Argument, sondern zwei emotionale Behauptungen, die empirisch widerlegt sind. Wer tatsächlich um sein Leben flieht, flieht in das nächstgelegene, sichere Land. Das ist simple Logik. Deutschland ist dies bei einer Entfernung von bis zu 4000 Kilometern nicht, bietet stattdessen jedoch einen völlig aus den Fugen geratenen „Wohlfahrtsstaat“, der ethisch-moralischen Prinzipien nicht standhält, sondern den eigentlichen Anreiz des Großteils der „Fliehenden“ darstellt. Glauben Sie an die Notwendigkeit von Staaten? Dann müssten auch Sie die offizielle Gesetzeslage respektieren, sofern Ihnen „Drittstaatenregelung“ ein Begriff ist.

      Ferner gilt:
      https://philippantonmende.com/2018/06/25/europa-schuldet-migranten-ueberhaupt-nichts/

      „Es ist traurig, wie schnell Menschen ihre menschlichkeit vergessen können“

      Menschlichkeit bedeutet nicht, seinen Verstand abzuschalten und bedingungslos zu opfern. Echte Menschlichkeit kann – wie Solidarität – auch nicht erzwungen werden, schon gar nicht staatlich. Denn dann verkommt beides zur Farce, zumal Menschlichkeit und Solidarität immer etwas Freiwilliges innewohnt. Darf ich Sie fragen, wie „menschlich“ Sie bisher waren und wie viele Notleidende Sie bei sich aufgenommen haben? Nächstenliebe beginnt stets im eigenen Zuhause. Es hindert Sie nämlich niemand daran, „menschlich“ zu sein. Sofern Sie es taten: Gut so, schön für Sie. Sie gehören sicherlich nicht zu denjenigen, die die „Menschlichkeit“ irgendeinem ominösen, mysteriösen und in der Realität nicht existierenden Kollektiv übertragen (es gibt nur Individuen).

      Ferner möchte ich Sie auch noch fragen, ob Sie diese Menschlichkeit auch von direkten oder zumindest nähergelegenen, geographischen Nachbarn dieser „Fliehenden“ einfordern? Wussten Sie beispielsweise, dass sechs der reichsten muslimischen Länder bisher nicht einen „Flüchtling“ aufgenommen haben? Ich bin mir nicht sicher, ob diese auch mit täglichen Appellen an ihre „Menschlichkeit“ und „Verantwortung“ traktiert werden, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.

      MfG

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      1. Vielen Dank für den Kommentar und für die Nennung der Quellen. Ich werde mir auch den Vortrag durchlesen. Zunächst einmal aber zu der Frage am Ende: Ich fordere grundsätzlich Menschlichkeit von jedem ein. Das aber andere Länder, die es sich leisten könnten keine Flüchtlinge aufnehmen/aufgenommen haben, darf für uns jedoch kein Argument sein, uns ebenfalls aubzuschotten. Ich halte es hier mit Kant und dem Kategorischen Imperativ, der Ihnen sicher etwas sagt. Natürlich bin ich der Meinung, dass Länder, die sich in der Hinischt querstellen, dazu angehalten werden müssen, ebenfalls Menschen aufzunehmen, diesen Konflikt dürfen jedoch nicht die Flüchtlinge ausbaden.

        Zynisch waren meine Worte sicher nicht gemeint und ich entschuldige mich, sollte es so rüberkommen. Lassen wir jedoch zu, dass Flüchtlinge nach der Wahrscheinlichkeit zur Kriminalität in der Zukunft beurteilt und verurteilt werden, so müssen wir auch zulassen, dass dies mit uns geschieht. Natürlich finde ich Terroranschläge schrecklich und ich weiß, dass ein großer Teil der religiös motivierten Terroranschläge auf europäischem Boden von Muslimen verübt wurde. Aber die Konsequenz kann nicht sein, unsere Grenzen dicht zu machen. Lassen wir das zu, so müssen wir auch zulassen, dass in Deutschland Leute verhaftet werden, weil sie mit einer gewissen Chance z.B. eine Bank überfallen wollen. Natürlich müssen Gefährder konsequent überwacht und ein Terroranschlag verhindert werden, aber Unschuldige für die Verbrechen ihrer Mitmenschen büßen zu lassen, lehne ich ab.
        Natürlich flüchtet ein großer Teil der Flüchtlinge, um einer Gefahr zu entgehen. Wenn Sie es als nicht belegt ansehen, dass in großen Teilen der Welt momentan Gefahren bestehen, die dazu führen, dass viele Menschen um ihr Leib und Leben fürchten, und viele Flüchtlinge gerade aus diesen Gebieten kommen, dann rate ich Ihnen, sich genauer mit den Nachrichten zu beschäftigen. Ich empfehle hierzu Tagesschau.de Und auch, dass wir einen Großteil unseres Wohlstandes auf Kosten ärmerer Länder und Leute gewonnen haben und immer noch gewinnen, ist eine Tatsache. Hierzu empfiehlt sich der Blick in den Kleiderschrank, ins Handy oder aber auch in die Handelsbeziehungen zwischen Europa und Afrika.
        Ich bin mit den Gesetzen vertraut und sehe, dass sie aktuell nicht funktionieren. Man muss sie also ändern.

        Natürlich kann man Menschlichkeit nicht erzwingen. Deswegen ist es umso trauriger, wenn Menschen ihre Menschlichkeit verlieren.
        Vielen Dank für die lange und interessante Antwort.
        Gerry Huster

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  2. „auf deren Rücken wir einen großen Teil unseres Luxus finanziert haben“

    Was für ein Schwachsinn! Unseren „Luxus“ (also das, was jedem produktiv schaffenden Menschen nach 70% Staatsraub von seinem erarbeiteten Geld noch übrig bleibt) haben wir ausschließlich selber durch Fleiß und Ideenreichtum erwirtschaftet. Dass die in Afrika arm sind, sind sie komplett selber schuld, weil sie dumm und faul sind. Dem Umstand, dass da vor 100 Jahren mal ein paar Europäer ein bisschen Zivilisation hingetragen haben, haben sie es überhaupt zu verdanken, dass sie fließendes Wasser haben, sonst würden sie heute noch in Holhütten leben, vor die Haustür scheißen und sich den ganzen Tag lang gegenseitig massakrieren.

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    1. Sehr geehrter Herr Werner,
      suchen Sie mal nach Kobalt und und schauen dann auf Ihr Smartphone. Sollten Sie kein Smartphone haben, empfehle ich Ihnen in Ihrer Familie herumzufragen, wer eins besitzt.
      Dann informieren SIe sich über die Kolonialzeit. Wenn Sie bereit sind, sich konstruktiv zu unterhalten, können SIe mir noch einmal schreiben.

      Huster

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  3. Ich besitze erst seit wenigen Jahren ein Smartphone. Inwiefern habe ich Afrika davor ausgebeutet?

    Also wegen ein paar Gramm Kobalt im Smartphone-Akku soll ich nun mit meinen Steuergeldern eine illegale Invasion von kulturfremden Dschihadisten, Mördern, Vergewaltigern, Räubern, Sozialbetrügern und sonstigen gewaltbereiten Taugenichtsen finanieren, die größtenteils noch nicht einmal aus Gegenden kommen, in denen Kobalt vorkommt?

    Ach ja: Die Hersteller von Smartphones BEZAHLEN für Kobalt. Und das nicht zu knapp, denn der Weltmarktpreis ist immens gestiegen. Und ich BEZAHLE auch. Wer für etwas den verlangten Preis bezahlt, beutet niemanden aus. Das ist brüllend logisch. Das bedeutet auch, dass irgendjemand satt daran verdient. Wenn das die Ihrer Ansicht nach falschen sind, dann liegt das Problem woanders, aber ganz sicher nicht bei mir, dem Konsumenten. Ich gebe ihnen einen kleinen Tipp zum Nachdenken: Das Problem liegt vor Ort. Und ich kann es nicht lösen.

    Und wenn Sie schon aufgrund Ihrer Logikabstinenz und Ihrer Ökonomielegasthenie dem Konsumenten den Schwarzen Peter zuschieben, dann beschimpfen Sie doch besser die Ölofaschisten mit ihren Elektroautos, denn darin befindet 3000mal so viel Kobalt wie in einem Smartphone.

    Übrigens besitze ich ein Samsung-Smartphone.

    https://www.electrive.net/2018/02/12/samsung-mehr-unabhaengigkeit-vom-kobalt-weltmarkt/

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  4. Und was die Kolonialzeit anbetrifft: Abgesehen davon, dass ich mich weigere, für die Sünden anderer zu büßen, da jeder Mensch nur für das verantwortlich ist, was er SELBER tut, dauerte de deutsche Kolonialzeit gerade mal 38 Jahre und endete vor exakt 100 Jahren. Und die sollen daran schuld sein, dass Afrika in den Jahrtauesenden davor und dem Jahrhundert danach absolut nichts auf die Reihe bekommen hat, während wir durch Fleiß und Innovation eine Zivilisation entwickelt haben, die schon vor 40 Jahren zum Mond fliegen konnte, die Organe verpflanzt und die menschliche DNA entschlüsselt hat, während die meisten Afrikaner noch nicht mal richtig lesen und schreiben können? Nicht Ihr Ernst, oder?

    Ach ja: Wieviele der Asylbetrüger kommen eigentlich aus den ehemaligen deutschen Kolonien? Die Zahl dürfte gegen NULL konvergieren.

    Ich wiederhole: Das Elend Afrikas ist hausgemacht. Ein Erklärungsansatz dazu findet sich in diesem bemerkenswerten Text:

    https://transformier.wordpress.com/2016/07/15/moral-und-abstraktes-denken-wie-afrikaner-sich-von-westlern-unterscheiden-moegen/

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