Der ewige Nazi als das Opium des Volkes

Merke: Wenn es schlicht und ergreifend keine Nazis gibt, gegen die man kämpfen könnte, werden sie kurzerhand erfunden und herbei halluziniert, um den eigenen Gewaltfetisch zu rechtfertigen. Die ewige Aufrechterhaltung des gleichermaßen ewigen Nazis ist für die sinn- und ziellos umherirrenden, belogenen Generationen von existenzieller Bedeutung und Notwendigkeit, um irgendwie durch den Tag zu kommen.

Ohne jene für jeden rational denkenden sowie klarsehenden Menschen mit Leichtigkeit zu durchschauende und zum Fremdschämen lächerliche Fassade bliebe nämlich nur ein Haufen wohlstandsverwahrloster Nachwuchs-Hardcore-Etatisten, einer Zivilisation scheinbar überdrüssig, gleichzeitig unfähig, objektive Wissenschaft nachzuvollziehen (oder gar anzustreben). Letzteres bedürfte nämlich eines Mindestmaßes an konzentrierter Anstrengung, ausdauerndem Sitzfleisch und innerer Disziplin, allesamt Dinge, die sich mit emotionaler Inkontinenz nicht vertragen. (Vorhin las ich irgendwo: „Früher dachte ich, 20-Jährige wären erwachsen. Das war ungefähr zu der Zeit, als ich dachte, Studenten wären schlau.“)

Nichtsdestotrotz lechzen auch die jungen Nazi-Ghostbusters nach Gemeinschaft. Diese finden sie in anderen Denkfaulen und Möchtegern-Rebellen. Gemeinsam können sie mangels Wissen und Überzeugungskraft keinerlei „natürliche“ Interessenten anlocken. Folglich wird ein „Wir-sind-die-Guten“-Narrativ nicht etwa anhand von Vernunft, Recherche, Empirie, Wissenschaft (kurz: Lernen & Verstehen) und zuletzt Überzeugungskraft mühsam und in einem langen Prozess verdient, nein, das Narrativ wird kurzerhand konstruiert. Hinausgeschrien. Postuliert.

So entsteht eine Solidarität, die sich dem Kampf gegen einen erfundenen Teufel verschreibt. Gleichzeitig schottet man sich von vornherein gegen jede Form von Debatte und Diskurs ab, indem man die Behauptung vorschiebt, das bringe sowieso nichts. Auf keinen Fall darf man aus erster Hand recherchieren, was der jeweilige „Teufel“ eigentlich tatsächlich gesagt oder geschrieben hat. Hörensagen genügt.

In Wahrheit weiß man, tief im Inneren, um die eigene, völlige Ahnungslosigkeit, völlig egal, ob es dabei um ethische Prinzipien, Ökonomie, Migration, Kriminalität, Islam, Feminismus, Genderismus, Klima, Sozialismus etc. geht. Wichtig ist nur: Unter keinen Umständen darf man es zu einer öffentlichen Debatte kommen lassen. Das Resultat wäre eine Demütigung, die, sofern es doch einmal dazu kommt, leider nicht als Chance begriffen wird, daraus zu lernen, sondern als Bestätigung, mehr Totalitarismus wagen zu müssen, um den „Teufel“ mundtot, ja, unschädlich zu machen. Dabei müsste es doch das Leichteste der Welt sein, einen stupiden Nazi-, Rassisten-, Sexisten-, Faschisten- oder Kapitalisten-Teufel, der keinen Dunst hat bzw. „sowieso“ in allem falsch liegt, argumentativ an die Wand zu nageln. Seltsam.

Hier nur einige Beispiele, was passiert, sofern man sich als Ahnungslose(r) mit diversen „Teufeln” (sprich völlig normalen, aber intelligenten Menschen) einlässt:

4 Kommentare zu „Der ewige Nazi als das Opium des Volkes

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