Ihre skandalöse Steuer- und Abgabenlast

Wissen Sie eigentlich, wie viel Steuern Sie zahlen?
Wissen Sie, mit welcher Summe Sie diesen Monat den Staat finanziert haben?

Die Partei der Vernunft hatte das einst eruiert. Die Zahlen wurden geprüft und auf den aktuellen Stand gebracht. Da nicht jeder das gleiche Gehalt hat und nicht jeder die gleichen Steuern zahlt, hat man den durchschnittlichen Berufsanfänger – fortan Max genannt – der Modellrechnung zugrunde gelegt. Hier das Ergebnis:

Abgabenlast

Max hat gerade fertig studiert, ist noch nicht verheiratet, hat keine Kinder, ist nicht kirchensteuerpflichtig und beruflich auf sein Auto angewiesen.

Max hat mit seinem Arbeitgeber ein Bruttomonatsgehalt von 2000,- €uro ausgehandelt. Doch wieviel davon wird Max nach allen Steuern und Abgaben noch für sich übrig haben?

Max hat also von seinen ausgehandelten 2000,- €uro Brutto, nach Abzug aller Steuern und Abgaben, die von seinem Geld bezahlt werden, nur noch 659,80 €uro, um sie wirklich für sich zu nutzen. Da sein Arbeitgeber für ihn monatlich sogar 2603,50 €uro zahlt und es dem Arbeitgeber aus Gründen der Motivation sicher lieber wäre, statt dem Finanzamt Max das ganze Geld zu geben, läge sein reales Brutto sogar bei 2603,50 €uro. Das heißt, dass er knapp 70% seines Einkommens an den Staat abführen muss.

Der Staat kassiert nunmehr also über 70% unseres hart erarbeiteten Geldes. Das heißt, dass jemand wie Max fast das 4-fache verdienen könnte. Oder anders ausgedrückt: Max (und Sie) arbeiten durchschnittlich ab Mitte Oktober in die eigene Tasche. Bis zu diesem Zeitpunkt ausschließlich für den Staat. Schließlich gäbe es sonst keine Straßen.

Gutes Stichwort: Es stellt sich die Frage, was der Staat eigentlich alles mit den rund 70% anstellt.

In der Berechnung konnte beim besten Willen kein konkreter Wert für die durch staatliche Maßnahmen erhöhten Preise benannt werden. Am Beispiel des Strompreises jedoch erkennt man, dass der Staat hier wesentlich stärker zulangt als man denkt.

Das schockierende Ergebnis: Mindestens 41% des Strompreises sind allein durch den Staat verursacht. Andere Untersuchungen gehen von 44 % aus. Die Preise sind also knapp doppelt so hoch wie sie ohne die staatlichen Eingriffe wären – vom mangelnden Wettbewerb durch Überregulierung ganz abgesehen. Hinzu kommt, dass auch die Netze umfassend reguliert sind, so dass auch die Netznutzungsentgelte staatlich induzierte Kosten in unbekannter Höhe enthalten. Zusätzlich fällt auch beim Strompreis noch die Mehrwertsteuer von 19 Prozent an.

Wer jetzt denkt, es könne nicht mehr schlimmer werden, irrt. „Unser” Staat hat im Rahmen der „Energiewende” weitere Erhöhungen beschlossen. Hier die Änderungen, die 2012 in Kraft treten:

Die §19-StromNEV-Umlage ist eine von der Bundesregierung beschlossene Umlage die energieintensive Abnehmer (bei einer Abgabemenge von mehr als 10Mio. kWh/Jahr) von der Zahlung der Netznutzungsentgelte befreeit. Letztere werden auf dieser gesetzlichen Grundlage ab 1. Januar 2012 in entsprechender Höhe auf alle anderen Abnehmer bundesweit aufgeschlagen.

Auf dieser Basis müsste man eigentlich die obige Berechnung zu höheren Preisen aufgrund staatlicher Intervention weit nach oben korrigieren, aber wir belassen es bei den sehr konservativen 15%.

Nachfolgend finden Sie die Erläuterungen zu den Berechnungen. Bedenken Sie: Selbst wenn Sie nicht alles bis ins letzte Detail nachvollziehen können, ist es eine eher konservative Schätzung, dass der Staat Ihnen zwei Drittel Ihres Einkommens wegnimmt. Zusätzlich sollten Sie berücksichtigen, dass selbst Transferempfänger, die ihr ganzes Geld für Konsum ausgeben, diese Abgaben zahlen, weil Unternehmen alle ihre Kosten in die Produktpreise einrechnen müssen.

Erläuterung zur Berechnung:

Sozialabgaben:
Hier vom Arbeitgeberanteil zu sprechen, ist Etikettenschwindel. Für ihn interessant sind nur die allgemeinen Kosten des Arbeitsplatzes, die bei 2603,50 €uro liegen. Ob der Arbeitnehmer diese vollständig erhält, spielt für den Arbeitgeber keine Rolle. Der Arbeitnehmer bezahlt die Sozialabgaben (Rentenkasse, Krankenkasse, Arbeitslosenversicherung, Pflegeversicherung und den Krankenkassen-Sonderbeitrag) folglich komplett von seinem Gehalt.

Berufsgenossenschaft:
Man hat einen sehr zurückhaltenden Wert von 10% für die vom Arbeitgeber zu entrichtende Abgabe angesetzt, die je nach Beruf zwischen 4,3% und 50% des Brutto-Monatsgehaltes des Arbeitnehmers variieren kann.

Sonstige Gesundheitskosten:
Man hat in der Schätzung 25 €uro veranschlagt – ein sehr konservativer Wert, da immer mehr Arzneimittel aus den Leistungen der Krankenkassen ausgegliedert werden bzw. Zuzahlungen anfallen. Bei einer privaten Versicherung hätte man die Wahl zwischen:

  • niedrigerem Beitragssatz und hoher Selbstbeteiligung
  • höherem Beitragssatz, der beispielsweise alle Medikamente umfasst

Beim Staat steigen jedoch die Beträge und die Leistungen werden immer weniger – ohne Einwilligung der Kassenpatienten. Ebenfalls zu bedenken sind die künstlich verteuerten Preise für Arzneimittel, die durch die Aufrechterhaltung des Apothekenmonopols entstehen.

KfZ-Versicherung:
Da viele Studenten sich während der Studienzeit kein eigenes Auto leisten können, ist man für den beispielhaften Berufsanfänger Max von einem Versicherungssatz von 100 bis 140% ausgegangen. In der Versicherungsprämie sind 19% Versicherungssteuer enthalten, die man mit ca. 20 €uro veranschlagt hat.

Benzinsteuer:
Der gesamte Steueranteil am Liter Benzin beträgt 90,39 Cent (ein Anteil von 58,7%). Die Benzinsteuer setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:

  • Mineralölsteuer
  • Öko(Renten)-Steuer
  • Erdölbevorratungsabgabe
  • 19% Umsatzsteuer (ja, eine Steuer auf die Steuer)

Umsatzsteuer:
Laut des derzeitigen Warenkorbs des statistischen Bundesamts werden 25% der Durchschnittsausgaben für Güter getätigt, die mit 7 Prozent Umsatzsteuer belastet sind. Entsprechend werden die restlichen 75% für Güter und Dienstleistungen ausgegeben, die mit 19 Prozent besteuert werden.

Als Grundlage für die Berechnung hat man eine Sparquote von 10% angenommen. Das bedeutet, dass 90% dessen, was nach Steuern und Abgaben von der Netto-Auszahlung übrig bleibt, der Umsatzsteuer unterliegt.

Weitere Steuerausgaben:
53 Milliarden €uro erhielten Bund, Länder und Gemeinden 2006 aus folgenden Steuern: Kapitalertragssteuer, Tabaksteuer, Branntweinsteuer, Alcopopsteuer, Schaumweinsteuer, Kaffeesteuer, Versicherungssteuer, Stromsteuer, Erbschaftssteuer (über das gesamte Leben gerechnet), Grundsteuer, Rennwett- und Lotteriesteuer, Biersteuer, Hundesteuer, Jagdsteuer, Zweitwohnsitzsteuer, Vergnügungssteuer.

Hinzu kommen noch überhöhte Kosten für Müllabfuhr, Strom, Heizung, oder Post, die durch städtische Monopole oder durch staatliche Regulierungen entstehen. Da diese Kosten überwiegend von der arbeitenden Bevölkerung getragen werden, hat man die weiteren Steuerausgaben im Beispiel auf 100 €uro geschätzt.

Geldmengenzunahme:
Die staatliche Europäische Zentralbank hat die Geldmenge im Jahr 2006 um 9,6 Prozent ausgeweitet. Aktuellere Zahlen sind aufgrund der Verschleierung durch die Notenbanken nicht zu ermitteln. Über TARP, TARF, EFSF u.v.m. wird Geld direkt von den Notenbanken aus dem Nichts erzeugt, aber dies zum Teil außerhalb der Bilanzen der Notenbanken. Es wurden also viele Töpfe und Schattenhaushalte aufgemacht, um zu verschleiern, dass überall Geld gedruckt wird.

Warum führt man die Geldmengenzunahme hier auf? Seit Jahrtausenden hat Geld folgende Funktionen: Es fungiert in einer Volkswirtschaft als Tauschmittel, Recheneinheit und Wertaufbewahrungsmittel. Die beliebtesten Zahlungsmittel in praktisch allen Kulturkreisen waren Gold und Silber, da sie schwer zu fälschen sowie nicht beliebig vermehrbar sind und für alle Geldfunktionen verwendet werden können. Im Laufe des 20. Jahrhunderts hat jedoch der Staat das Geldmonopol an sich gerissen. Die Zentralbanken legen die Mindestreservesätze und den Leitzins fest, was es den Geschäftsbanken ermöglicht, Geld aus dem Nichts zu schöpfen und somit die Geldmenge  aufzublähen. Das führt zur Inflation.

Das Problem an der Inflation ist, dass manche das neue Geld früher empfangen als andere. Diese ersten Empfänger, der Staat, die Banken und Konzerne, profitieren durch die Geldmengenerweiterung, da die Preise noch niedrig sind (Cantillon-Effekt). Dadurch steigen jedoch sukzessive die Preise, so dass diejenigen diese verdeckte Steuer bezahlen, die als letzte das neue Geld erhalten, zum Beispiel Lohnempfänger oder Rentner.

Wenn die Geldmenge unveränderlich bliebe, weil nicht beliebig vermehrbares Sachgeld verwendet würde, würden die Preise infolge eines Wirtschaftswachstums sinken, da sich die konstante Geldmenge nun auf mehr Güter verteilte (dies war im 19. Jahrhundert noch an der Tagesordnung, als Gold und Silber – also Marktwährungen – noch das offizielle Zahlungsmittel waren). In den letzten Jahrzehnten hätten die Preise in Deutschland aufgrund der gestiegenen Produktivität stark sinken müssen, jedoch wurde von der Bundesbank bzw. EZB die Geldmenge so massiv erhöht (zum Vorteil einiger protegierter Interessengruppen), dass die Preise sogar sukzessiv angestiegen sind. Diese durch staatliche Geldvermehrung erzeugten Preiserhöhungen treffen besonders Lohnempfänger wie in dem hier angeführten Beispiel. Die Geldmengenerweiterung muss folglich als eine verdeckte Form der Besteuerung angesehen werden.

Höhere Preise durch Besteuerung von Unternehmen:
Wenn Unternehmen durch Steuern zur Kasse gebeten werden, dann scheint das den Normalbürger nicht weiter zu interessieren. Doch nur auf den ersten Blick.
Müssen Unternehmer mehr Steuern zahlen, dann wird dies auch eine Auswirkung auf die Preise ihrer Güter haben. Man spricht von einer Steuerüberwälzung – in Form von höheren Preisen sind Konsumenten indirekt auch an der Bezahlung der Unternehmenssteuer beteiligt.

Doch nicht nur Unternehmensbesteuerung führt zu künstlich höheren Preisen für die Konsumenten: Auch staatliche Regulierungen, die im Unternehmen mehr Bürokratie und Aufwand verursachen oder die staatlich verursachten Lohnnebenkosten sind für Unternehmen Kosten, von denen letztendlich auch der Konsument betroffen ist.

Wohlstandsverlust durch staatliche Eingriffe:
Nach Frederic Bastiat ist Ökonomie auch die Lehre „von dem, was man sieht, und von dem, was man nicht sieht.” Wenn der Staat durch Steuereinnahmen eine Investition tätigt, dann sieht jeder sofort das neue Arbeitsamt. Was man jedoch nicht sieht, sind die neuen Produkte, die aufgrund der Steuereintreibung nun nicht mehr möglich sind. Dies kann man als Wohlstandsverlust bezeichnen. Bei jeder Steuer überwiegt immer der Wohlstandsverlust, was auch empirisch durch den Economic Freedom of the World Report bestätigt wurde: Je geringer die Staatsintervention in die Wirtschaft ausfällt, desto reicher und technologisch fortgeschrittener ist eine Volkswirtschaft. Vor allem die Schwächsten einer Gesellschaft profitieren, wenn Freiheits- und Eigentumsrechte geschützt werden. Und gerade diese wichtigste Staatsaufgabe kostet nur drei Prozent des Bruttosozialproduktes.

Wie hoch diese Wohlstandsverluste im Fall Deutschland sind, ist unkalkulierbar. Fest steht jedoch eines: Den Menschen in Deutschland würde es bedeutend besser gehen, wenn der Staat ihnen nicht einen Großteil ihres Einkommens stehlen würde.

Ein Kommentar zu „Ihre skandalöse Steuer- und Abgabenlast

  1. Steuern sind Raub. Ungeschützte Freiheit- und Eigentumsrechte sind ebenfalls Raub. Wer glaubt, dass das Eigentum in Deutschland geschützt ist, der sollte einmal versuchen seine Grundsteuer oder seine KFZ-Steuer nicht zu bezahlen. Gibt es eigentlich auch nur einen Staat in dem Freiheit- und Eigentumsrechte wirklich geschützt sind?

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