Buchrezension: Roland Baader – Die belogene Generation: Die unverblümte Wahrheit…

…nicht mehr und nicht weniger. Dieses Buch war vor vielen Monaten mein Einstieg in die libertäre (nicht liberale, denn dieser Begriff ist mittlerweile von allen möglichen Schattierungen des Neo-Sozialismus verseucht worden) Denkweise. Ich kann dieses Buch – wie auch andere Bücher Baaders (insbesondere „Das Kapital am Pranger“, „Geld, Gold und Gottspieler“ und „Geldsozialismus“) nur wärmestens empfehlen. Ich selbst war lange Zeit in kommunistischen Kreisen zugegen, habe für sie geschrieben, war für sie auf der Straße usw. Doch irgendwie hatte ich immer das Gefühl, dass irgendetwas „fehle“ bzw. „noch im Argen liege“. Ich konnte es mir jedoch nie erklären und redete mir stets ein, nur noch nicht genug zu wissen, obwohl ich mich bereits intensiv mit der Lektüre von Marx, Engels, Lenin etc. auseinandergesetzt hatte. Auch die Ansätze aus den linken Kreisen konnten mich nie völlig zufriedenstellen, dennoch kämpfte ich für eine in meinen Augen „gute Sache“. Heute weiß ich, dass auch ich einst vollkommen ideologieverseuchter Propaganda aufgesessen war (und es schmerzt, mit ansehen zu müssen, wie es kompletten Jahrgängen bzw. der Nachfolgegeneration ebenso ergeht), die auf vollkommen falschen und durch die objektive Realität wieder und wieder widerlegten Denk- und Sichtweisen basiert(e).

Ich bin sehr froh darüber, diesbezüglich noch die Kurve bekommen zu haben, einer der Gründe dafür war jenes Buch von Roland Baader.

Als ob es nicht genug wäre, dass der Großteil der (auch intellektuellen) Bevölkerung keinen Schimmer davon hat, was Kapitalismus wirklich ist (sprich freier Markt – also frei von politischer Intervention in Wirtschaftsbelange – den wir de facto nicht haben) und die Antipathie zuweilen im Chor kräht, ist es auch so (und das ist auch der Grund für Ersteres), dass wir bereits mit der exorbitanten linken Indoktrination, bestehend aus antikapitalistischer Polemik, Ökofanatismus u.v.m. aufwachsen und sie sowohl in den Medien als auch bereits in der Schule eingetrichtert bekommen, was ich, der selbst mehrere Jahre Lehrer an staatlichen Realschulen gewesen war, traurigerweise bestätigen kann. Dabei ist das Gegenteil von links – wie Baader völlig richtigerweise schreibt – nicht rechts und von rechts nicht links, sondern von rechts und links eben freiheitlich! Die Linken sind nicht die „Minderheit“, die gegen das bestehende System rebellieren (auch wenn sie sich selbst gerne in dieser vermeintlich edlen Rolle sehen), sondern längst die Mehrheit. Gehen Sie dafür nur einmal in eine beliebige Kneipe, auf die Straße, in Schulen oder Unis, und sprechen Sie mit jungen Menschen. In der Regel hören Sie die immer gleichen Sprechblasen, doch kann man den Adoleszenten z.T. keinen Vorwurf machen. Letzteren mache ich erst dann, wenn sie, trotz schlüssiger und absolut logischer Gegenargumentation, nicht bereit sind, bestehende Denkweisen wenigstens zu überdenken, was ein natürliches Merkmal für Wissenschaftlichkeit jeglicher Art bedeutet. Stattdessen ideologische Vereinnahmung und Verblendung, traurig, aber wahr.

Die „Österreichische Schule“, zu der neben den absolut lesenswerten Schriftstellern wie Friedrich August von Hayek, Ludwig von Mises, Hans-Hermann Hoppe und Murray Rothbard auch Roland Baader gehörte, vermag es zwar, bestehende ökonomische und soziologische Denkmuster zu vernichten, aber nur, um gleichzeitig etwas Freiheitliches aufzubauen, fern von Zwang und Gewalt. So ging es mir damals zumindest und es war anfangs nicht leicht, sich nicht gerade wenig Irrtümer eingestehen zu müssen. Einen Beitrag von vielen leistete „Die belogene Generation“ des sehr bescheidenen, humorvollen, klar denkenden und leider viel zu unbekannten Roland Baader – und ich bin dankbar dafür.

5/5

(Diese Rezension erschien zunächst hier.)

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